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19.06.2013 - 23:25

Lawinenabgang in Tirol: Steirer stirbt im Krankenhaus

30.12.2012, 18:18
Lawinenabgang in Tirol: Steirer stirbt im Krankenhaus (Bild: APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL)
Foto: APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL
Jenes Lawinenopfer, das am Samstag im Gemeindegebiet von Sellrain im Tiroler Bezirk Innsbruck- Land unter den Schneemassen begraben worden war, ist am Sonntagnachmittag im Spital seinen schweren Verletzungen erlegen. Zudem wurde bekannt, dass Ermittlungen gegen einen Unbekannten wegen unterlassener Hilfeleistung während der Suche nach Verschütteten eingeleitet wurden.

Laut Polizei wurde der 38- jährige Steirer komplett verschüttet und erst nach längerer Zeit geortet und ausgegraben. Nach seinem Auffinden hat ein Helfer den Kopf des Opfers freigelegt und mit den Wiederbelebungsmaßnahmen noch vor dem Eintreffen des Notarztes begonnen. Die Crew des ÖAMTC- Notarzthubschraubers "Christophorus 1" grub den Verunfallten zur Gänze aus.

Unter Reanimationsbedingungen wurde der 38- Jährige in die Uni- Klinik geflogen, wo er am Sonntagnachmittag auf der Intensivstation starb. Ein weiterer von den Schneemassen Verschütteter, ein 49- jähriger Innsbrucker, wurde nach Angaben der Exekutive schwer verletzt. Auch er wurde nach Innsbruck gebracht.

Schneebrett brach auf 2.800 Metern Höhe los

Die beiden Tourengeher waren gemeinsam auf den rund 3.000 Meter hohen Zischgeles in den Stubaier Alpen unterwegs gewesen. Zudem war ein 46- jähriger Deutscher mit seiner 16- jährigen Tochter auf den Berg gegangen. Als das Schneebrett kurz vor 14.30 Uhr auf einer Seehöhe von rund 2.800 Metern losbrach, konnten sich Vater und Tochter dank eines Lawinenairbags an der Schneeoberfläche halten. Sie erlitten dadurch nur leichte Verletzungen.

Ein weiterer Tourengeher war alleine unterwegs gewesen. Der 40- jährige Einheimische konnte sich laut Polizei durch eine Schussfahrt in Sicherheit bringen. Bei der Suche standen neben 21 Mann der Bergrettung auch sechs Lawinenhundeführer und zwei Helikopter im Einsatz.

Die Unfallanalyse der Alpinpolizisten hat laut den Lawinenexperten nichts Außergewöhnliches ergeben. Der Lawinenabgang sei aufgrund des aktuellen Schneedeckenaufbaus wie erwartet passiert.

"Das ist moralisch höchst bedenklich"

Unterdessen nahm die Polizei auch Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung auf. Ein Zeuge hatte nach dem Lawinenabgang bei der Suche nach seinem Freund einen aufsteigenden Skitourengeher um Hilfe gebeten. Dieser soll allerdings abgelehnt und seinen Weg fortgesetzt haben, so Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol. "Das ist moralisch höchst bedenklich", meinte er zu diesem Verhalten.

AG/Kronen Zeitung/red
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