Die Zahl der Anzeigen ist auf einem neuen historischen Tiefstand seit dem Jahr 2001 gesunken: Insgesamt gingen im Vorjahr 535.745 Anzeigen bei der Polizei ein, um rund 55.600 weniger als noch 2009. Die Aufklärungsquote verbesserte sich dabei auf einen Wert von 41,4 Prozent (2009: 39,9 Prozent). Aufgrund des Anzeigenrückgangs wurden in Summe aber um 14.133 Fälle weniger geklärt als 2009.
Wenier Autodiebstähle und Einbrüche
Vor allem bei Autodiebstählen (von 5.297 auf 2.617 Anzeigen, minus 50,6 Prozent) und Einbrüchen in Häuser (2.876 Anzeigen, minus 38,6 Prozent) sowie Wohnungen (2.196 Anzeigen, minus 17,9 Prozent) konnte man die bei diesen Delikten zu 50 bis 70 Prozent aus dem Ausland stammenden Täter deutlich zurückdrängen.
Weitere Rückgänge: Bei Trafiküberfällen (56 Anzeigen) zeigt die Statistik gegenüber 2009 eine Abnahme um knapp zwei Drittel, beim Raub auf offener Straße (1.532) lag der Rückgang bei einem Drittel. Zugenommen haben hingegen Taschen- und Trickdiebstähle im öffentlichen Raum, nachdem es eine Verdrängung dieses Deliktsbereiches aus den öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben habe, erklärte General Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamts.
Innenministerin Maria Fekter zeigte sich vor allem über den Rückgang bei Einbrüchen und Autodiebstählen erfreut: "Unsere SOKO-Ost-Schwerpunkte und die funktionierende Zusammenarbeit aller Behörden, allen voran unsere Verbindungen ins Ausland, haben die Tätergruppen verängstigt und verdrängt." Musterschüler dabei: Salzburg, Niederösterreich und Oberösterreich.
Internet neues Sorgenkind der Kriminalpolizei
Dennoch gibt es noch viel zu tun. Das größte Sorgenkind: Internet-Kriminalität. Diese neue Form des Verbrechens wird immer problematischer. Allein die Hacker-Angriffe sind im Vergleich zu 2009 um fast 400 Prozent gestiegen. Im generellen Bereich "Cybercrime und Computerkriminalität" sind die Anzeigen von 2.816 auf 3.990 Delikte (plus 42 Prozent) gestiegen. Immerhin die Hälfte der Verbrechen wurde in diesem Bereich geklärt. Dort, wo es um Daten ging, gab es eine Zunahme von 357 auf 460 Anzeigen. Anzeigen nach Angriffen aus dem Internet, um die Funktionsfähigkeit eines Computersystems zu stören, haben von sieben auf 25 zugenommen, bei Attacken durch Schadsoftware gab es eine Steigerung von 20 auf 39 Fälle. Die Polizei geht hier aber von hohen Dunkelziffern aus. Kinderpornografie-Anzeigen gingen von 463 zurück auf 315.
Beim "sonstigen Betrug" via Internet, wo die Anzeigenstatistik sprunghaft auf 1.490 Delikte im Jahr 2010 anstiegen ist, ortet das Bundeskriminalamt vor allem Probleme durch gefälschste Internetshops. Auch die Kommunikation übers Internet wurde vermehrt zum Betrug genutzt. Es scheint aber auch, dass die Geschädigten vermehrt Anzeige erstatten, so das BK.
Die gängigsten Maschen der Cyberkriminellen
von Klaus Loibnegger (Kronen Zeitung) und krone.at
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