Das "Sonntagskind" kam etwas überraschend
schon Sonntagabend zur Welt. Eigentlich hatte man mit dem Nachwuchs
erst Mitte Juni gerechnet, aber "Mongu" drängte etwas verfrüht
aus dem mütterlichen Gefängnis. Die Geburt verlief problemlos.
"Mongu" - ein "hübsches, strammes Mäderl" - wurde nach
einer Stadt des afrikanischen Landes Sambia benannt.
Tonga und Sabi waren dabei
Obwohl man sich des Risikos bewusst war, dass die
Mutter gegen ihr eigenen Baby aggressiv werden könnte, hatte
man sich für einen "natürlichen" Weg entschieden: Tonga
war während der Geburt nicht angekettet und mit ihrer "Busenfreundin"
Sabi und deren Sohn Abu zusammen.
Der Rest der Herde war lediglich durch ein Seil
getrennt und konnte jederzeit Rüsselkontakt halten. Die Geburt
hatte sich am Freitag angekündigt, als der Level des Hormons
Progesteron absackte. "Vom Personal wurden Nachtwachen eingerichtet,
um nur ja keinen Augenblick zu verpassen.
Leichte Geburt
Innerhalb von 3 Minuten war "Mongu" da! Die eigentliche
Geburt spielte sich in rasantem Tempo ab: Tonga drehte sich ein
paar Mal im Kreis, bis die Fruchtblase platzte, und drei Minuten
später war die Kleine schon zu sehen. Nach einigen wenigen
Sekunden "platschte" sie aus der nicht unerheblichen Höhe
auf den Boden, wodurch die Geburtshülle reißen konnte.
Zu diesem Zeitpunkt zeigte die Uhr 22.52 an.
"Mongu hat sich sofort bewegt und wurde von ihrer
Mutter angenommen", schilderte der Schönbrunner Vizedirektor.
Die ersten Stunden lief die sehr aktive Kleine praktisch ununterbrochen
herum, nahm auch schon "Tante" Sabi unter die Lupe und wurde vom
Rest der Herde neugierig berüsselt. "Auch Abu war sehr vorsichtig
und nicht grob, wie wir es befürchtet hatten."
Der zweijährige Abu ist jetzt Onkel und Schönbrunn
wieder um eine Attraktion reicher.