Rettung für Kette

Käufer für Schlecker gefunden – neuer Name “dayli”

Wirtschaft
31.07.2012 14:54
Aufatmen bei den heimischen Schlecker-Mitarbeitern: Die österreichische Restrukturierungsgesellschaft TAP 09 hat die angeschlagene Drogeriemarktkette gekauft. Der Fonds und Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz unterschrieben am Montagabend in Linz den Kaufvertrag.

TAP 09 übernimmt alle 1.350 Schlecker-Standorte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Die Drogeriemarktkette soll unter dem Namen "dayli" zu einer Nahversorgungskette umgebaut werden.

Rund 4.600 der insgesamt 5.000 Mitarbeiter will der Fonds eine Weiterbeschäftigung anbieten. In Österreich beschäftigt Schlecker rund 3.000 Mitarbeiter in 900 Filialen. Zu den Investoren, die hinter der Gesellschaft stehen, ist noch nichts bekannt. Über den Kaufpreis und die Vertragsdetails vereinbarten beide Parteien Stillschweigen.

"Sehr kooperative Gespräche"
"Ich freue mich sehr, dass es für die 4.600 Mitarbeiter und die Filialen eine gute Zukunft geben wird", betonte Geiwitz. "Die Gespräche mit TAP 09 waren sehr kooperativ und von dem Bestreben einer bestmöglichen Lösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt."

"Wir freuen uns über den Zuschlag. Wir haben mit diesen Standorten jetzt eine Basis, auf der wir unser neues Konzept sehr schnell umsetzen können", so Rudolf Haberleitner, CEO von TAP 09.

Die Insolvenzgefahr hat Schlecker damit offenbar gebannt. "Eine Insolvenz wird es nicht geben. Sonst hätten wir es nicht gekauft", sagte der Wiener Anwalt Franz Guggenberger, der für die Käufer spricht, am Dienstag.

Gewerkschaft pocht auf bestehende Verträge
Die Gewerkschaft zeigt sich erfreut über den Verkauf von Schlecker, pocht aber auf die Einhaltung der bestehenden Arbeitsverträge. Die Gewerkschaft erhalte "zahlreiche Anfragen", was die Übernahme für die bestehenden Dienstverhältnisse bedeutet, betonte GPA-djp-Chef Wolfgang Katzian. Alle arbeitsrechtlichen Ansprüche und Abfertigungsansprüche würden bestehen bleiben. 

"Für die rund 3.000 Beschäftigten bedeutet diese Übernahme, dass ihre Arbeitsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten auf den neuen Eigentümer übergehen", erklärte der Gewerkschafter in einer Aussendung.

Schlecker Deutschland musste zusperren
Schlecker Deutschland war bereits im Jänner in die Insolvenz geschlittert und im Juni abgewickelt worden. Rund 25.000 Beschäftigte verloren ihren Job.

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