Um 9.52 Uhr hatte der erste Täter unmaskiert das Geschäft, in dem sich zu dem Zeitpunkt drei Angestellte, aber keine Kunden befanden, betreten. Im hinteren Teil des Geschäfts zwang er zwei von ihnen mit vorgehaltener Pistole, sich auf den Boden zu legen. Sekunden später folgten zwei maskierte Komplizen nach und nötigten eine weitere Verkäuferin ebenfalls, sich auf den Boden zu legen.
Dann zertrümmerten die Räuber mit einem Maurerfäustel mehrere Vitrinen und rafften teure Uhren sowie wertvollen Schmuck in eine mitgebrachte schwarze Tasche – bis einer "Go, go, go" rief und die Ganoven den Tatort wieder verließen, so die Polizei. Der offenbar genau koordinierte Überfall dauerte so insgesamt nur zwei Minuten.
Als das Trio über den Gehsteig zu zwei circa 100 Meter entfernt bereitstehenden gestohlenen Motorrädern und einem weiteren Komplizen stürmte, rannte es einige Passanten um. Nur wenig später trafen erste Polizeistreifen ein – da entsorgten die Verbrecher gerade einen Kilometer entfernt beim Messegelände ihre Anfang Juli in Wien gestohlenen Bikes (Bild 2), stiegen vermutlich in einen silberfarbenen Pkw um und entkamen trotz eines 40- Kilometer- Fahndungsrings.
Die drei Täter, die im Geschäft waren, sollen 30 bis 35 Jahre alt sein und mit ausländischem Akzent gesprochen haben. Der bewaffnete Räuber wurde als 1,85 bis 1,90 Meter groß beschrieben. Alle drei trugen Kappen. Eine ähnliche Vorgehensweise sei von Überfällen in Wien bekannt, hieß es von der Polizei, ein Zusammenhang werde noch geprüft.