Die 18- Jährige (Bild 2) lebt mit dem Kindesvater, ihrer Schwester und ihrer Mutter im Bezirk Wels- Land, wird vor allem von der Oma bei der Versorgung des Kindes unterstützt. Bei einer Besprechung mit dem Jugendamt wurde Jonas der Familie wegen "Gefahr im Verzug" weggenommen - der Großmutter drohe nämlich eine 20- tägige Ersatzfreiheitsstrafe wegen nicht bezahlter Strafzettel.
"Binnen zwei Stunden habe ich die 1.200 Euro hinterlegt", sagt die Oma - um zu erfahren, dass es noch andere Gründe gibt. "Alle nicht nachvollziehbar", beteuert sie. "Sogar wenn ich wirklich in Haft hätte gehen müssen, es ist noch meine zweite Tochter da, und auch mein 29- jähriger Sohn hätte Jonas und seine Mutter tatkräftig unterstützt."
Auch Anwalt Roland Gabl findet die Vorgangsweise des Jugendamts eigenartig: "Mit diesen Maßstäben müsste man vielen Familien die Kinder wegnehmen, und man hätte auch nicht gleich mit dem strengsten Mittel auffahren müssen."
Einmal pro Woche dürfen Mutter und Oma Jonas besuchen. "Er lacht viel weniger als früher, spielt kaum und hat abgenommen", erzählt die 18- Jährige traurig. "Ich liebe Jonas sehr, und er fehlt mir so. Wir leben in geordneten Verhältnissen, und er hat bei uns sein eigenes Zimmer. Ich war immer eine gute und liebevolle Mutter, das Jugendamt hat mir Jonas völlig grundlos weggenommen." Über Jonas' Zukunft wird demnächst ein Familienrichter entscheiden müssen.