Die Tatsache, dass die UN-Blauhelmtruppe in sich zusammenbreche, zeige einmal mehr, dass Israel sich in Sicherheitsfragen nicht auf internationale Kräfte verlassen könne, sagte Netanyahu nach einer Kabinettssitzung am Sonntag in Jerusalem.
Noch deutlicher als der Regierungschef wurde der für die israelischen Geheimdienste zuständige Minister Juwal Steinitz: "Wir sehen jetzt, was die österreichischen Streitkräfte auf den Golanhöhen wert sind. Israel kann ausländischen Kräften nicht trauen und manchmal, wie jetzt, ist ihre Präsenz bei Krisen eher ein Hindernis als eine Hilfe."
Auch Österreichs Generalstabschef Othmar Commenda übte am Sonntag Kritik an der UNO. Diese habe es weder geschafft, ausreichend gepanzerte Fahrzeuge für die Mission zur Verfügung zu stellen, noch die Syrer davon zu überzeugen, zusätzliche österreichische Ausrüstung passieren zu lassen, sagte Commenda gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".
Netanyahu: "Keine Einmischung in Bürgerkrieg"
Netanyahu beteuerte aber am Sonntag erneut, sein Land werde sich nicht in den syrischen Bürgerkrieg einmischen, solange die Gewalt dort sich nicht gegen Israel richte.
Die Furcht vor einem Übergreifen der Kämpfe auf Israel war nach der Eskalation auf den Golanhöhen gewachsen. Israel hatte den strategisch bedeutsamen Höhenzug im Sechstagekrieg 1967 von Syrien erobert und später seinem eigenen Staatsgebiet zugeschlagen.
Seit nunmehr knapp 40 Jahren überwacht die UNDOF eine gut 70 Kilometer lange entmilitarisierte Zone zwischen Israel und den nördlichen Nachbarn Libanon und Syrien. Österreich, das bisher 380 der gut 1.000 UNDOF-Soldaten stellte, hatte nach der Eskalation der Kämpfe zwischen syrischer Regierung und Rebellen seinen bereits zuvor angedrohten Abzug aus der UNO-Truppe angekündigt.
Suche nach Nachfolger für Österreich-Kontingent
Seither ist man darum bemüht, einen Nachfolger für den größten Truppensteller in der Region zu finden. Ein Angebot Russlands, das österreichische Kontingent zu ersetzen, hatte der UN-Sicherheitsrat am Freitag mit dem Hinweis abgelehnt, als Ständiges Mitglied im Sicherheitsrat könne das Land nach dem UNDOF-Mandat keine Blauhelme dort stellen.
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