Zwei Jahre lang stand die Unternehmerin im Bann der selbsternannten "Seherin". Die Frauen hatten sich durch gemeinsame Bekannte kennengelernt. Und immer wieder hatte die 39-Jährige Proben ihrer Wahrsagekunst abgelegt. Ein Ermittler: "Sie spielte den Freundinnen vor, dass sie Visionen hätte. In denen erzählte sie, dass bestimmte Dinge auftauchen würden. 'Heilige Dinge' nannten sie diese, 'weil sie von Gott kämen.'" Dabei handelte es sich um normale Gegenstände wie Schlösser oder Werkzeug.
Ende der Welt für 2012 prophezeit
Diese wurden vom Ehemann oder dessen Bruder an angegebenen Plätzen versteckt. Nachdem das leichtgläubige Opfer mehrmals Zeugin dieser "Wahr-Sagen" geworden war, vertraute sie der Seherin blind. Und als diese merkte, dass sie ihr Opfer in der Hand hatte, machte sie den Sack zu: "Sie prophezeite einen Bankenkrach und das Ende der Welt. Ihren Visionen nach soll es im Jahr 2012 soweit sein", so der Ermittler.
Die Unternehmerin, die um ihr Vermögen fürchtete, übergab der Betrügerin viel Geld, um dieses "in Sicherheit zu bringen". Doch sie sah es nie wieder: "Es ist im Himmel", hieß es. Die "Seherin" machte übrigens auch Geld mit Lourdes-Wasser, das sie regelmäßig selbst aus dem Wallfahrtsort holte. Und sie redete Frauen 15.000 € teure Wohlfühl-Spritzen ein.
von Serina Babka, Kronen Zeitung
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