Verfeindete Clans

Heimische Ermittler vereitelten einen Mordkomplott

Österreich
14.06.2013 19:06
Die heimischen Ermittler konnten es kaum fassen: Während sie die am Dienstag gesprengte Schlepperbande (siehe Infobox) überwachten, wurden sie Zeugen eines geplanten Mordkomplotts. Zwei Auftragsmörder hätten zwei Söhne einer geschleppten Familie hinrichten sollen. Die engagierten Männer waren bereits auf dem Weg nach Wien.

Zwei Clans, ein Krieg - auch die kurdische PKK versuchte im Südosten der Türkei zwischen den Fronten zu vermitteln. Erfolglos - die eine Familie soll für die Ermordung eines Mitgliedes des anderen Clans verantwortlich sein. Und dieser ist nun auf Blutrache aus.

Um die Jüngsten zu schützen, entsandte der Familienrat einige Verwandte nach Europa. Dort wähnte man sie sicher. Schlepper wurden engagiert - ohne zu ahnen, dass die Menschenhändler dabei doppelt abkassieren wollten: einmal von den Geschleppten und einmal vom verfeindeten Clan.

Schlepper gaben Ort und Zeit der Ankunft preis
Denn dieser - von den Reiseplänen ihrer Feinde wissend - hatte wiederum zwei Verwandte in Frankreich und Deutschland alarmiert. Die mehrfach vorbestraften Kurden - einer saß wegen Mordes bereits im Gefängnis - sollten in Wien als "Empfangskomitee" auftauchen.
Mit der Hinrichtung zweier Söhne (zehn und 20 Jahre) aus der geschleppten Familie sollte es in Wien nun endlich zur blutigen Rache kommen. 

Gegen lukrative Entlohnung lieferten die Schlepper die potenziellen Opfer ans Messer, gaben Ort und Zeit der Ankunft an die beauftragten Mörder weiter. Während also die kurdische Familie auf dem Weg nach Österreich war, machte sich auch das Mordkommando in Richtung Wien auf.

Menschenhändlerring noch rechtzeitig gesprengt
Doch die Ermittler des Bundeskriminalamtes hatten von den Plänen erfahren, standen die Schlepperbosse doch seit Monaten bereits auf ihrer Überwachungsliste. Gerade noch rechtzeitig wurde der Menschenhändlerring dann am Dienstag gesprengt - und das geplante Mordkomplott damit verhindert. 

Gebannt ist die Gefahr aber noch nicht. Denn niemand weiß, wo sich die beauftragten Mörder aufhalten, und auch nicht, wo die geschleppte Familie nach dem Polizeischlag gestrandet ist.

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