Willkommen | Registrieren | Hilfe | Login
krone.at/Videos kronehat.at krone.at/mobil cookingstars.at

Hannes Kartnig will abschalten und geht ins Kloster

18.02.2012, 16:48
Hannes Kartnig will abschalten und geht ins Kloster (Bild: Sepp Pail)
Foto: Sepp Pail
Ex- Sturm- Präsident Hannes Kartnig ist am Freitag - nicht rechtskräftig - zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Zusätzlich bekam der 60- jährige Steirer eine Geldstrafe von 6,637 Millionen Euro aufgebrummt. Im ersten Interview nach seiner Verurteilung kündigt Kartnig an, jetzt ins Kloster zu gehen.

Samstag, 11 Uhr, 20 Stunden nach dem Urteil. Kartnig sitzt beim Interview am Esstisch seiner Villa am Grazer Stadtrand, die 42 Prozesstage haben sich sichtlich in sein Gesicht eingegraben. Vor allem die "fünf Jahre" nagen an ihm. "Ich wollte nie betrügen und habe nicht betrogen. Ich bin dem Richter auch nicht böse, aber diese Strafe ist einfach überzogen."

Das Handy des Ex- Sturm- Präsidenten klingelt ununterbrochen: "Lauter Leute - auch hochrangige Politiker - die die Höhe der Strafe nicht verstehen, mir Mut zusprechen." Wie betäubt sei er gewesen, als Richter Karl Buchgraber das Urteil verkündete: "Ich habe die Strafen meiner Mitangeklagten anfangs gar nicht mitbekommen. Da sind Leute dabei, die können diese hohen Geldstrafen nie und nimmer aufbringen."

"Ich werde weiterhin auf die Straße gehen"

Seine Anwälte haben Nichtigkeit und Berufung angemeldet, wann und für wie lange er ins Gefängnis muss, steht in den Sternen. "Auch der Staatsanwalt hat ja berufen, ich weiß nicht, was da herauskommen wird. Aber ich werde weiterhin auf die Straße gehen. Zu dem, was ich getan habe - der Steuerhinterziehung und den Schwarzgeldzahlungen - stehe ich, aber ein Betrüger bin ich nicht, muss mich also nicht verstecken."

Nur etwas leiser wird das einstige "Megafon" sein. "Ich weiß ja, dass ich den Mund manchmal zu weit aufgerissen habe, dass mir das auf den Kopf gefallen ist - aber was hat das mit Betrug zu tun? Man hat mir ja jetzt sogar wieder vorgeworfen, dass ich auf der Grazer Opernredoute war. Doch ich war mit Kunden dort, bin ja immer noch Geschäftsmann. Man kann mir ja nicht vorwerfen, dass ich weiterhin auf meine Firma schaue."

Kartnig will "weiter für gerechtes Urteil kämpfen"

Im vergangenen November wurde er 60, bis das endgültige Urteil gefällt und rechtsgültig, die Strafe dann abgesessen ist, werden noch einige Jahre vergehen - und dann? "Ich weiß es nicht, man wird mir wegnehmen, was man wegnehmen kann, für den Rest muss ich dann wohl eine Ersatzhaftstrafe antreten." Doch damit will er sich jetzt noch nicht beschäftigen: "Das Leben geht weiter, wir werden auch weiter für ein gerechteres Urteil kämpfen."

"In den Häfn gehe ich sicher nie mehr", hatte er nach seiner ersten Verurteilung vor 36 Jahren gesagt - und jetzt? "Ich war auch sicher, dass das nie mehr passieren wird, ich will's auch immer noch nicht glauben." Vorerst will er jetzt einmal Abstand gewinnen - in einem Kloster in Oberösterreich. Noch gestern packten Gattin Claudia und er die Koffer: "Eine Woche abschalten und den Stress der letzten Wochen und Monate abschütteln." Denn nicht nur im Gesicht, auch gesundheitlich hat der Prozess Spuren hinterlassen. Vor allem aber das Urteil, das da hieß: "Fünf Jahre Haft."

Egon Rejc, Kronen Zeitung
Lesezeichen hinzufügen:
Schließen
Lesezeichen Drucken
0
Du hast einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreibe hier dein Storyposting! Du möchtest mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht dir jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings, bitten wir dich, unsere AGB und Netiquette einzuhalten!
Kommentar schreiben
500 Zeichen frei.
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Verkehrsmeldung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; 1190 Wien, Muthgasse 2
Krone Multimedia © 2011 Krone.at | Impressum