Westenthaler erklärte am Samstag gegenüber der Austria Presse Agentur, er sei sofort bereit, die Obmannschaft an Haider zu übergeben, der Landeshauptmann müsse aber auch die Spitzenkandidatur übernehmen. Eine Trennung der beiden Funktionen sei "nicht möglich". Er habe Haider gebeten, "die komplette Verantwortung" zu übernehmen. "Es gibt keinen anderen Spitzenkandidaten. Jeder andere wäre dem BZÖ abträglich und negativ", sagte Westenthaler.
Es sei wichtig, dass das BZÖ sich auf eine Person fokussiere "und das kann nur Jörg Haider sein". Mit Haider habe das BZÖ die Chance, "massiv dazuzugewinnen" und ein zweistelliges Resultat zu erreichen. Die unterste Latte wären zehn bis 15 Prozent. Darüber hinaus wäre Haider auch eine "Kampfansage an die FPÖ", damit könne das BZÖ die FPÖ "in Schach halten".
Haider selbst bestätigte, dass er der Bitte nach Übernahme der Obmannschaft entspreche, hinsichtlich der Spitzenkandidatur müsse er aber noch nachdenken. "Das ist ein interessanter Vorschlag, den wir überlegen, diskutieren und dann entscheiden werden", sagte der Landeschef. Gleichzeitig stellte er jedoch klar, dass er "sicher nicht ins Parlament gehen" werde. Falls er seine Partei im kommenden Nationalratswahlkampf anführen sollte, dann nur als Kanzlerkandidat. "Wenn ich es mache, dann ist nur diese Variante vorstellbar", bekräftigte Haider, der bei der Landtagswahl im kommenden Frühjahr auch seinen Sessel als Landeshauptmann verteidigen will. Für Westenthaler wäre dies aber "kein Ausschließungsgrund".
Den Wechsel an der Parteispitze des BZÖ will Westenthaler jedenfalls so rasch wie möglich über die Bühne bringen, auf alle Fälle noch vor der Wahl. De facto habe er schon stattgefunden, formell werde es dazu noch einen Parteikonvent geben. Seinen Auftrag, ein Team der besten Köpfe zu bilden, sieht er jedenfalls abgeschlossen. Seine eigene Zukunft ließ Westenthaler vorerst noch offen.
Mit Häme reagierten die anderen beiden Oppositionsparteien. "Munter geht es drüber und drunter", sagte FPÖ- Generalsekretär Herbert Kickl. Offenbar sei das Haider'sche "Bin weg, bin da, bin irgendwo" jetzt endgültig "zur offiziellen Parteilinie des Orangenhains" geworden. Den Absurditäten seien keine Grenzen mehr gesetzt. Haider und Westenthaler würden sich einmal mehr als "Großmeister des Chaos" erweisen und die Politik "mit einem Tollhaus verwechseln", so Kickl.
Auch die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, konstatierte ein "völliges Chaos" im BZÖ: "Bin da, bin weg, da, weg - täglich grüßt das Murmeltier, wenn es um Haider geht. Das hat mit seriöser Politik nichts zu tun."