Die verkohlten Trümmer des Doppelanwesens in Inzing im Schindeltal zeugten am Montag vom Inferno. Zwei Wirtschaftsgebäude wurden ein totaler Raub der Flammen (siehe Bild). "Eines der Wohnhäuser brannte innen aus, das angebaute größere Gebäude wurde ebenfalls stark beschädigt", bilanzierte der Inzinger Bürgermeister Kurt Heel.
Die Gemeinde will nun den Sozialfonds anzapfen, auch die Caritas und viele Inzinger haben Hilfe angeboten. "Die drei Familien dürften aber bei Verwandten unterkommen", sagte Heel. Schmerzhaft: Das Anwesen war über viele Jahre aufwendig saniert worden.
Zeugen glaubten zuerst an einen Waldbrand
Die Feuerwehr wurde zunächst wegen eines vermeintlichen Waldbrandes alarmiert. "Doch bei der Anfahrt sahen wir, dass die zusammengebauten Wirtschaftsgebäude in Vollbrand stehen", schildert der Inzinger Feuerwehrkommandant Roman Thaler.
In der Küche des kleineren Wohntrakts hatte eine 87-Jährige zuvor noch eine Kerze angezündet, weil der Strom ausgefallen war. Dass das Feuer dahintersteckte, wurde erst Minuten später dramatisch klar. Da wollte eine junge Mutter im Obergeschoß gerade ihre Kinder schlafen legen. "Sie musste sich mit den Kleinen über die Tennenbrücke retten, die bereits Feuer gefangen hatte", schilderte Ortschef Heel. Die 87-Jährige und eine weitere Frau wurden von der Feuerwehr evakuiert.
700.000 Euro Schaden, technischer Defekt
Acht Kühe wurden gerettet und auf andere Bauern verteilt, zwei Kälber und zwei Schweine verendeten. Die Brandermittler gehen davon aus, dass ein technischer Defekt an der elektrischen Anlage das Feuer verursacht hat. Der Sachschaden beträgt mehr als 700.000 Euro.
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