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19.06.2013 - 16:09

Ganz Österreich stöhnt unter der Hitzewelle

18.06.2012, 17:21
Ganz Österreich stöhnt unter der Hitzewelle (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
Foto: APA/Hans Klaus Techt
Die derzeit in Österreich herrschende Hitzewelle hat nahezu alle Bundesländer erfasst. Egal ob Vorarlberg, Burgenland, Oberösterreich oder Kärnten - kaum ein Winkel des Landes wird von den Temperaturen deutlich über 30 Grad verschont. Doch der Höhepunkt der Hitzewelle ist damit noch nicht einmal erreicht. Schlechte Nachrichten gibt es für all jene, die derzeit arbeiten müssen: Denn hitzefrei bekommen wir trotz der hohen Temperaturen nicht.

Der Höhepunkt der Hitzewelle dürfte laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik erst am Mittwoch erreicht sein. "Die höchsten Werte erwarten wir im Flachland", so ein Meteorologe. Allerdings nimmt auch die Gewitterneigung zu, die Regengüsse sollten jedenfalls für eine leichte Abkühlung sorgen. Bis dahin heißt es schwitzen bei bis zu 34 Grad - und zwar in ganz Österreich. Vereinzelt wurden Werte jenseits dieser Marke bereits am Montag gemessen: Bad Deutsch- Altenburg in Niederösterreich meldete 34,3 Grad, in der Wiener City waren es 34,2 Grad und St. Pölten und Wieselburg (ebenfalls Niederösterreich) 34,1 Grad.

Ist es derzeit zu heiß zum Arbeiten? Abstimmung in der Infobox!

Laut Prognosen des Wetterdienstes Ubimet wird uns das schöne Wetter und die Hitze sogar den ganzen Sommer über erhalten bleiben. Im Juli soll die Durchschnittstemperatur, die normalerweise bei 21 bis 22 Grad liegt, deutlich steigen. "Heuer wird der Mittelwert wohl 1,5 Grad höher liegen", weiß Florian Pfurltscheller von Ubimet.

Keine Recht auf Hitzeferien

Doch trotz der derzeitigen Hitze und den angekündigten Temperaturen im weiteren Verlauf des Sommers werden wir die heißen Tage nicht im Freibad verbringen dürfen, sondern wie gewohnt hinter dem Schreibtisch. Denn hitzefrei gibt es in Österreich nicht: "Für Hitzeferien existiert keine gesetzliche Grundlage. Auch bei Außentemperaturen von 35 Grad oder mehr müssen Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz ausharren", erklärt Martin Panholzer von der Gewerkschaft der Privatangestellten. Doch es gibt einige Verpflichtungen in der Arbeitsstättenverordnung, die den Mitarbeitern das Leben bei tropischen Temperaturen erleichtern sollen.

Büroalltag erträglicher gestalten

So hat bei Vorhandensein einer Klimaanlage die Lufttemperatur zwischen 19 und 25 Grad zu liegen. Außerdem muss die direkte Sonneneinstrahlung mit Jalousien vermieden werden, wärmestrahlende Flächen wie Maschinen oder Lichtspots sind abzuschirmen. Um den Büroalltag zu erleichtern, empfiehlt es sich auch, die Räume über Nacht zu lüften oder Ventilatoren aufzustellen. "Rücksichtsvolle Arbeitgeber lockern außerdem Bekleidungsvorschriften oder gewähren zusätzliche Arbeitspausen", so Panholzer.

Laut Arbeitswissenschaftlern sinkt die Leistung an extrem heißen Tagen um 30 bis 70 Prozent. Gleichzeitig steigen Fehlerhäufigkeit und Unfallrisiko. Daher ist es auch im Interesse der Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter so gut wie möglich von der Hitze abzuschirmen.

Tipps, um die Hitze leichter zu überstehen

Um die heißen Sommertage in und außerhalb des Büros gut zu überstehen, empfiehlt das Österreichische Rote Kreuz zudem, ein paar Ratschläge zu beherzigen. So sollte vor allem auf die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit geachtet werden: "Mindestens zwei bis drei Liter täglich, am besten sind Mineralwasser und verdünnte Fruchtsäfte. Weitgehend verzichten sollte man auf Alkohol, und auch stark koffeinhaltige Getränke sollten nur in geringem Maß genossen werden", rät Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Roten Kreuzes.

Außerdem ist es ratsam, sich kaum körperlicher Anstrengung auszusetzen und die Signale des Körpers ernst zu nehmen. Zudem empfiehlt sich das Tragen von Kopfbedeckungen und luftiger, weiter Kleidung.

Hitzealarm in Italien

Nicht nur Österreich stöhnt unter den hohen Temperaturen, auch unser Nachbarland Italien wird von einer Hitzewelle überrollt: Wetterexperten rechnen im weiteren Wochenverlauf mit Temperaturen um die 38 Grad. In 17 Städten haben die Behörden deshalb Hitzealarm gegeben. Das Gesundheitsministerium hat dazu aufgerufen, Vorbeugungsmaßnahmen zum Schutz von Älteren und Kranken zu ergreifen.

AG/Kronen Zeitung/red
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