Ausraster in Wien

Fußball im TV: 24-Jähriger sticht im Blutrausch zu

Wien
13.05.2012 19:24
Als er seine Lieblingsmannschaft verlieren sah, ist ein Wiener Baggerfahrer (24) offenbar im wahrsten Wortsinne in einen Blutrausch verfallen. Erst musste die Rettung kommen, dann attackierte er mit einem Messer Freundin und Sanitäter - um danach auf offener Straße ein Ehepaar niederzustechen. Die Passantin schwebt in Lebensgefahr.

Es ist Samstagabend - und im Fernsehen läuft Fußball: DFB-Pokal-Finale, der FC Bayern München gegen Borussia Dortmund (Endstand 2:5, Anm.). Johann H. ärgert sich vor dem Bildschirm, weil seine Lieblingsmannschaft verliert. Seine Freundin sitzt neben ihm, blättert gelangweilt in einer Zeitschrift. Plötzlich schreit sie auf: Gerade als Borussia Dortmund das 4:1 schießt, muss sich ihr Freund übergeben, spuckt Blut. Sofort alarmiert sie die Wiener Rettung.

24-Jähriger gilt als äußerst friedfertig 
Aber als die Sanitäter die Gemeindebauwohnung in der Erndtgasse in Wien-Währing betreten, dreht der als äußerst friedfertig bekannte Baggerfahrer durch. Vollkommen außer sich schlägt er mit den Fäusten auf die Helfer ein. Dann marschiert der 24-Jährige in die Küche, schnappt sich zwei scharfe Fleischermesser und geht auf seine Lebensgefährtin los. Die Bürokauffrau sucht bei Nachbarn Schutz, die Einsatzkräfte verstecken sich im Rettungsfahrzeug.

Der junge Mann rennt daraufhin auf die Straße, läuft in Richtung Bischof-Faber-Platz und trifft auf ein Ehepaar. Johann H. rammt einer 53-jährigen Frau ein Messer in den Rücken, dem Gatten (ebenfalls 53) versetzt er mehrere Stiche in die Arme. Erst jetzt ist Schluss mit dem Blutrausch - die Sanitäter haben sich von hinten angeschlichen und überwältigen den Täter. Sie kümmern sich um die Schwerverletzte, versorgen auch ihren Mann. Dann trifft die Polizei ein, nimmt den 24-Jährigen fest.

Ausraster als Folge einer Psychose?
Unklar ist, ob der folgenschwere Ausraster des jungen Mannes mit gesundheitlichen Beschwerden zusammenhängt. Polizeisprecherin Michaela Rossmann: "Unser Amtsarzt hat erste Untersuchungen durchgeführt."

Indes kämpfen Ärzte im AKH um das Leben der 53-Jährigen, die schwer verletzt wurde. Ihr Zustand ist noch immer sehr kritisch, ihr Mann dagegen befindet sich auf dem Weg der Besserung.

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