Nach Urteil

Fall Oliver: Vater schimpft über die Justiz in Österreich

Österreich
10.06.2013 18:25
Der wegen schwerer Nötigung und Kindesentziehung vom Grazer Straflandesgericht zu einem Jahr bedingter Haft verurteilte Däne Thomas S. (Bild) hat vier Tage nach dem Urteil zu einem medialen Rundumschlag ausgeholt. Am Montag ging S. mit harscher Kritik gegen Österreichs Justiz und die dänischen Behörden in Kopenhagen an die Öffentlichkeit und rückte den Prozess in Österreich in die "Nähe einer Farce".

Der Richter habe die Verteidung ständig unterbrochen, erklärte der Sprecher von S., Janus Bang. "So etwas gehört nicht in eine moderne und zivilisierte Gesellschaft. Ich würde lieber in Uganda vor Gericht stehen", zitierte die Nachrichtenagentur Ritzau den Sprecher.

"Ich spucke vor den Eingang des Außenministeriums"
Neben der österreichischen Justiz bekam auch das dänische Außenministerium den Zorn des Kindesvaters zu spüren: "Ich spucke vor den Eingang unseres Außenministeriums", weil dieses zulasse, dass Dänen im Ausland "derartigem ausgesetzt" seien, hieß es in der Mitteilung des Vaters.

S. sei von wütenden Österreichern auf der Straße bespuckt worden und habe "beinahe nach Italien fliehen müssen", so Bang. Der dänische Außenminister Willy Sövndal habe auf Versuche, ihn zu einer Intervention zu bewegen, nicht reagiert. Der Verurteilte zeigte sich außerdem enttäuscht darüber, dass er vom dänischen Staat weder Reisekostenersatz für sein Erscheinen vor dem Grazer Richter noch einen Dolmetscher zur Verfügung bekommen habe.

Vater berief gegen das Urteil
S. war am vergangenen Donnerstag in Graz zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt worden (siehe Infobox). Er berief sofort gegen das Urteil. Damit ist dieses nicht rechtskräftig.

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