"Radfahren ist ein Thema, das regelmäßig in Wien für Aufregung sorgt", verwies Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) vor dem Beschluss auf jüngste Debatten - etwa jene um die testweise grüne Einfärbung von Radwegen (siehe Infobox). Trotzdem zeigte sie sich in ihrer Mitteilung überzeugt: "Wien steht erst am Anfang eines Fahrradbooms."
Der Anteil des Radverkehrs beträgt derzeit laut Vassilakou knapp über sechs Prozent. "Dieser Anteil ist sehr gering", befand die Ressortchefin. In anderen Städten sei er bedeutend höher. Manche in Wien seien offenbar der Meinung, dass mit einem höheren Anteil die Welt untergehe. Doch Vassilakou beruhigte: "Das Gegenteil ist der Fall. Die Welt geht nicht unter. Städte mit hohem Radanteil gewinnen an Lebensqualität."
Fahren gegen Einbahnen "möglichst flächendeckend"
Dementsprechend will die Stadt - gemeinsam mit den Bezirken - nun eine Reihe von Maßnahmen "mit hoher Priorität" verfolgen, wie es im Antrag heißt. Konkret sollen die Lücken im Radwegnetz geschlossen und das Fahren gegen Einbahnen "möglichst flächendeckend" erlaubt werden. Weiters soll ein Beschilderungs- und Markierungssystem für hochrangige bzw. wichtige Radverbindungen geschaffen werden.
Auch die Einrichtung von mehr Fahrradstraßen und die Aufhebung der Benützungspflicht von Radwegen, "wo dies die Verkehrssicherheit zulässt", sind geplant. Neue Abstellmöglichkeiten an häufig frequentierten Orten sind ebenfalls vorgesehen. So wird es etwa am Hauptbahnhof eine wettergeschützte Fahrradstation geben. In Sachen Ampelschaltung wird geprüft, ob Grüne Wellen für Radfahrende eingerichtet werden könnten.
"Zunehmender Radverkehr benötigt zusätzliches Geld"
Was nicht verschwiegen wird: "Zunehmender Radverkehr benötigt aber auch zusätzliches Geld." Insbesondere im Dialog mit "oft noch skeptischen bzw. verunsicherten Bevölkerungsteilen" seien personelle wie finanzielle Anstrengungen nötig, heißt es im Antrag. Diese würden sich aber bald rechnen, da etwa im Gesundheitsbereich dadurch Einsparungen möglich seien, wird versichert.
Der Antrag wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien SPÖ und Grüne angenommen. Keine Zustimmung kam von FPÖ und ÖVP - die stattdessen Kritik an der Radpolitik der Koalition übten.
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