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FPÖ-Untergriffe gegen Haider sorgen für Ärger
FPÖ-Untergriffe gegen Haider sorgen für Ärger (Bild: APA)
„Jörg Haider vergnügt sich im Tollhaus nicht nur mit Knaben, sondern lässt wieder einmal seine Püppchen tanzen.“ So tönte am Wochenende FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky über das Presseaussendungsportal OTS in Richtung BZÖ. Ziel des Politikers war es offenbar, den neuen alten Chef der Orangen mit Homosexualität in Verbindung zu bringen. Aber nicht einmal aus den eigenen Reihen bekommt die Bundes-FPÖ dafür Rückendeckung. Am Dienstag hieß es etwa aus Vorarlberg, dass man diesen Wahlkampfstil „strikt ablehnt“. Die Oberösterreich-FPÖ ruderte für Vilimsky zurück, er habe sich „in der Wortwahl vergriffen.“ Das Kärntner BZÖ sieht in den Untergriffen „helle Panik in der FPÖ“ vor einem möglichen Spitzenkandidaten Haider.

Nicht gerade begeistert haben sich die FPÖ-Landesparteien von den persönlichen Untergriffen der Parteizentrale gegen den Kärntner Landeshauptmann gezeigt. Die Vorarlberger Freiheitlichen lehnen diesen Wahlkampfstil sogar „strikt ab“. Kritisiert wurden die umstritten Wahlkampftöne auch vom oberösterreichischen Parteichef Lutz Weinzinger, der von einem „Ausreißer“ sprach, der nicht zum allgemeinen Wahlkampfstil der FPÖ werde. Vilimsky habe sich in der Wortwahl „vergriffen“, so Weinzinger.

FPÖ-Leute versuchen für Vilimsky zurückzurudern

Stein des Anstoßes ist die Aussendung (der komplette Wortlaut siehe Infobox), in der es unter anderem hieß: „Der schwer in die Jahre gekommene Jörg Haider vergnügt sich im Tollhaus nicht nur mit Knaben, sondern lässt wieder einmal seine Püppchen tanzen.“ Dass er Haider damit Homosexualität vorgeworfen habe, wies Vilimsky zurück – was er sonst damit meinte, sagte er aber nicht. Parteichef Strache wich im ORF-Fernsehen Fragen zum Wahlkampfstil der FPÖ aus. Allerdings bekräftigte dafür die Ablehnung der FPÖ zur Homo-Ehe…

Die Diskussion in diese Richtung zu drehen, versuchten auch andere Länderchefs. So meinte der steirische Landesparteiobmann Gerhard Kurzmann: Die FPÖ sei gegen eine Gleichstellung von Homo-Paaren. Ob Privates in den Wahlkampf getragen wird, sei eine „Stil- und Geschmacksfrage“. Er halte es aber für zulässig, wenn über Fragen von „Randgesellschaften“ diskutiert werde. Alles, was nicht gegen Gesetze verstoße, sei „zulässig“. Auch der Kärntner Landesparteiobmann Franz Schwager bekräftigte, dass man gegen die Homo-Ehe sei. Im Wahlkampf sei vieles zulässig, aber „ich mach das nicht“, so Schwager zu den Angriffen auf Haider. Eine Konzentration auf Sachthemen empfahl der Burgenländer Norbert Hofer. Er zeigte jedoch „Verständnis“ dafür, dass dem Generalsekretär einmal „der Kragen platzen“ könne.

BZÖ Kärnten: „Helle Panik“ vor Haider

Eine scharfe Reaktion hat es am Dienstag seitens des BZÖ Kärnten auf die untergriffigen Attacken gegen Haider gegeben. „Das BZÖ Kärnten verurteilt diesen Stil und dieses Niveau der FPÖ auf das Schärfste“, betonte der geschäftsführende Landesparteiobmann Stefan Petzner. Petzner sieht in der Wortwahl Vilimskys aber letztlich „nur einen Beleg dafür, dass angesichts einer möglichen Spitzenkandidatur Haiders helle Panik in der FPÖ herrscht“. Man wisse sich offenbar nicht anders zu helfen, „als mit tiefsten persönlichen Attacken, die jeder Grundlage entbehren, zu agieren“.

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