"In Wien war Pogrom- Stimmung", sagte Franz Obermayr nun gegenüber der Austria Presse Agentur und bezog sich damit auf den viel diskutierten Ball des Wiener Korporationsrings am Abend des 27. Jänner. Es habe dort eine "geifernde Hatz" auf 16- und 17- Jährige und auf Frauen stattgefunden. Menschen, die den Ball besuchen wollten, seien beim Aussteigen attackiert worden.
Obermayr kritisierte, dass die Demonstranten bis auf 50 Meter an die Hofburg herangelassen worden seien. Er hoffe, dass das nun in Linz anders sein werde. Denn sonst sei zu befürchten, dass Gäste mit Wurfgeschossen attackiert würden und es für die Exekutive zu einer eskalierenden Situation komme. "Wir sind nicht für einen Krieg vorbereitet, sondern einen gemütlichen Abend", betonte er.
Das "Bündnis gegen das Korporierten- Unwesen" rief bereits zu einer Kundgebung in Linz auf (Motto: "Burschis auffressen"). Die Initiatoren erwarten "eine breite Beteiligung aus ganz Oberösterreich", auch Organisationen aus anderen Bundesländern hätten sich bereits angekündigt, erklärten die "Grünen & Alternativen StudentInnen" als Sprachrohr der Plattform. Man wolle auch in Linz eine breite Diskussion über deutschnationale Burschenschaften entfachen.
Für Obermayr sind die Aktivisten - ähnlich wie für Parteiobmann Heinz- Chrisitian Strache - gewaltbereit und dem "linkschaotischen Lager" zuzurechnen. Immer wieder von Gegnern geäußerte Kritik, dass etwa die Burschenschaft Arminia Czernowitz vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuft wird, weist er hingegen vehement zurück. Zahlreiche achtbare Personen des öffentlichen Lebens seien dort Mitglied. "Was das DÖW für rechtsextrem hält, ist für mich nicht maßgeblich." Es kenne sich bei den Verbindungen "hinten und vorne nicht aus".
Obermayr selbst kennt sich aber gut aus - zumindest was das Netzwerken in Europa betrifft. Er war es, der führende Rechtsaußen- Politiker schon zum Ball der Burschenschafter in Wien eingeladen hatte: darunter die Front- National- Anführerin und französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, den schwedischen Parlamentarier Kent Ekeroth der Schwedendemokraten sowie Philip Claeys vom belgischen Vlaams Belang.