Konkret entfielen diesmal 378 von 381 abgegebenen Stimmen auf den neuen alten Parteichef. Drei Stimmen waren ungültig.
Strache bedankte sich nach einem Einzug zu den Klängen von "Wir, nur wir, wir sind die Sieger" und wehenden Fahnen der Parteijugend bei seinen "lieben Freunden" für "euer Vertrauen": "Ich bin gerührt, weil ich es nicht für möglich gehalten habe, dass man ein noch besseres Ergebnis haben kann als beim letzten Mal." Sein bisher bestes Obmann- Ergebnis erreichte Strache allerdings 2008 mit 99,32 Prozent. Strache steht den Rathaus- Blauen seit 2004 vor.
In seiner Rede nahm Strache die rot- grüne Stadtregierung ins Visier - die "rot- grüne Chaoskoalition", wie der FPÖ- Chef sie nannte. Dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl legte er den Ruhestand nahe. Die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou wiederum bezeichnete er als "grüne Rapunzel".
Nur dank den Freiheitlichen sei es gelungen, die absolute rote Macht bei der Wahl 2010 zu brechen: "Der 10. Oktober 2010 ist also ein wichtiger Tag für den positiven Aufbruch in Richtung mehr Demokratie, mehr Freiheit, mehr Wählermitsprache. Alle anderen Parteien waren an diesem Tag Wahlverlierer." Man sei jedoch, so beklagte Strache, nicht bereit gewesen, mit dem einzigen Wahlsieger ernsthafte Gespräche zu führen.
"Was ist das für eine Arroganz, wo sich die Wahlverlierer wieder einhängen und so weitertun wie bisher? Da sind sie sich dann alle einig", stellte Strache fest. Die Koalition habe sich schnell gefunden: Häupl habe der "grünen Rapunzel" zugerufen, sie möge ihr Haar herunterlassen. "Seither regiert der sozialistische Einheitsblock im Wiener Rathaus", so der FPÖ- Chef.
Bürgermeister Häupl würde sich mit Händen und Füßen an sein Amt klammern. Strache empfahl einen baldigen Rückzug: "Herr Häupl, Sie sind längst reif für die Pension. Damit wäre endlich der Weg frei für den notwendigen Generationswechsel in Richtung HC Strache oder einen Vizebürgermeister Johann Gudenus."
Strache kritisierte unter anderem die jüngsten Gebührenerhöhungen sowie die Finanzpolitik der Stadt. Auch die geplante Ausweitung des Parkpickerls wurde abgelehnt. "Schade, dass sie nicht das griechische Ministeramt angenommen hat", meinte Strache in Richtung der für Verkehrsagenden zuständigen grünen Vizebürgermeisterin, die laut Strache einen "Dschihad", einen Heiligen Krieg, gegen die Autofahrer führt.