Zu jedem der zahlreichen Geschäftsfälle, bei denen der Hypo-Alpe-Adria-Bank großer Schaden zugefügt wurde, werden die Aussagen von Kulterer eingeholt. Dabei versucht er meist, seine eigene Rolle als harmlos darzustellen, heißt es aus Ermittlerkreisen. Dafür werden ehemalige Mitarbeiter bzw. Vorstände der Hypo umso schwerer belastet.
Unter ihnen sind auch seine langjährigen Kollegen Günter Striedinger und Josef Kircher, die bei undurchsichtigen Geschäften, die zum Teil über Liechtenstein gelaufen sind, ihre Hände mit im Spiel gehabt haben sollen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Wahrscheinlich zwei weitere Monate U-Haft
Die nächsten zwei Monate bleibt Kulterer sicher in Untersuchungshaft. Danach ist der Tatbestand der „Verdunkelungsgefahr“ nicht mehr gegeben. Ob die weiteren Haftgründe (Flucht- und Wiederholungsgefahr) ausreichen, um seinen Aufenthalt im grauen Haus zu verlängern, muss dann entschieden werden.
Die Ermittlungen laufen im In- und Ausland weiter auf Hochtouren. Parallel dazu untersuchen deutsche Behörden vor allem die Rolle des früheren Bayern-LB-Chefs Werner Schmidt, der 2007 für die Hypo-Anteile einen weit überhöhten Preis gezahlt haben soll.
von Manfred Schumi, Kronen Zeitung
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