An der Universität für Bodenkultur in Wien beispielsweise wurden bis Montag rund 70 Prozent des Anmeldestands des Vorjahres erreicht. Insgesamt würden noch rund 500 Studenten auf das Niveau des Vorjahres "fehlen". Diese sollten aber noch erreicht werden - die Studenten seien ja "generell immer am letzten Drücker dran". Soll heißen: Die Unis rechnen damit, dass bis zum Ende der Frist am Mittwoch die Schlangen an den Inskriptionsschaltern noch einmal gehörig anwachsen. Problematisch wird es erst danach.
Für alle, die erst nach dem 5. September an einer Uni vorstellig werden, ist nämlich ein triftiger Grund erforderlich. Nur in klar definierten Härtefällen kann in der Nachfrist bis 30. November inskribiert werden. Die Ausnahmeregelung gilt etwa für Studenten, die bei einem Aufnahmeverfahren gescheitert sind, für Zivil- und Präsenzdiener, "Nachmaturanten", bei einem Scheitern in der Studieneingangsphase, bei einer Verhinderung aufgrund von Praktika, Berufstätigkeit oder Auslandsaufenthalten sowie aufgrund eines "unvorhergesehenen oder unabwendbaren Ereignisses".
Die Mehrheit der österreichischen Universitäten meldete am Montag aber ohnehin mit früheren Jahren vergleichbare Neuanmeldungs- Zahlen. Die Universität Wien verzeichnete bis 31. August rund 11.500 Anfänger in Bachelor- bzw. Diplomstudien - im vergangenen Wintersemesters waren es rund 12.300. Im Schnitt würden derzeit pro Tag mehrere hundert Studierende zugelassen.
An der Universität Graz waren Montagmittag bereits rund 3.840 Personen inskribiert. Dazu kommen noch voraussichtlich rund 300 Psychologie- bzw. Sportwissenschafts- Studenten, die allerdings erst in den kommenden Tagen ihre Eignungsprüfungen ablegen und daher eine andere Anmeldefrist haben. Damit werde die Vorjahres- Anfängerzahl von rund 4.300 Personen mit ziemlicher Sicherheit erreicht und vielleicht sogar übertroffen. An den Inskriptionsschaltern werde eine "hohe Frequenz" an Studenten verzeichnet, aber kein Stau. Keine vergleichbaren Probleme wie an der Schwesteruni in Wien gibt es offenbar an der TU Graz. Dort wurden mit Montag bereits 1.550 Matrikelnummern vergeben. Im Vorjahr waren es am Ende der Frist ca. 200 mehr.
An der Uni Klagenfurt haben bisher 471 Studienanfänger vollständig inskribiert, bei weiteren 174 läuft das Verfahren noch. Dazu kommen noch jene rund 200 Studenten, die bei den Psychologie- und Kommunikationswissenschaftsaufnahmetests in den kommenden Tagen aufgenommen werden. Zu diesen rund 850 Personen rechnet die Uni Klagenfurt noch mit rund 100 Inskriptionen bis Mittwoch. Im Vorjahr gab es insgesamt 1.107 Neuzulassungen.
Die kürzere Frist soll den Unis mehr Planungssicherheit bringen, damit Lehrende und Hörsäle besser eingeteilt werden können. Bereits inskribierte Studenten, die ihr Studium fortsetzen oder etwa vom Bachelor- ins Masterstudium wechseln, haben dagegen noch bis Ende November Zeit. Für Unis und Fächer mit Aufnahmeprüfung gelten ebenfalls weiterhin eigene Fristen.