Mordfall Israilov

Eine Spur führt zu Tschetschenen-Boss Kadyrow

Österreich
26.04.2010 20:15
Rund 14 Monate sind seit dem Mord an dem tschetschenischen Flüchtling Umar Israilov (Bild links) auf offener Straße in Wien vergangen - nun wird die Anklage gegen drei Verdächtige vorbereitet. Es kommen jetzt immer mehr Ermittlungsdetails ans Licht: So soll es nun Hinweise darauf geben, dass Tschetscheniens Präsident Ramzan Kadyrow (Bild rechts) doch seine Finger im Spiel gehabt haben könnte.

Ein Killerkommando streckte den Familienvater am 13. Jänner des Vorjahres auf offener Straße in Floridsdorf nieder. Für drei Verdächtige klickten wenig später auch die Handschellen.

Schon damals wurde der Präsident Tschetscheniens mit dem Mord in Verbindung gebracht - er soll Umar Israilov auf seine kolportierte Todesliste gesetzt haben. Ramzan Kadyrow selbst bestritt aber vehement, dass er damit etwas zu tun habe. Jetzt gibt es doch eine Spur, die in die tschetschenische Hauptstadt Grozny führen könnte: ein Telefongespräch. Einer der Verhafteten wählte kurz nach der Bluttat die Nummer von Kadyrows gefürchteter rechter Hand Shaad Turlayev - und führte ein Elf-Sekunden-Gespräch. Dessen Inhalt der U-Häftling bislang aber nicht preisgab. 

Weiters ergaben Ermittlungen, dass eben dieser Turlayev zweieinhalb Monate vor dem Anschlag persönlich nach Wien gereist war und Kontakt mit dem Opfer hatte. Die Hinterbliebenen hoffen nun, dass die Verdächtigen beim Prozess auspacken.

von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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