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Eifersüchtiger stach Freundin nieder: 13 Jahre Haft

06.09.2010, 18:26
Eifersüchtiger stach Freundin nieder: 13 Jahre Haft (Bild: ANDI SCHIEL)
Foto: ANDI SCHIEL
Weil er sie verdächtigte, im Internet mit anderen Männern zu chatten, ging Mohammad T. (34) am 13. Jänner 2010 in Wien mit einem Küchenmesser auf seine langjährige Freundin los. Vor den Augen ihrer drei Kinder stach er ihr fünfmal in Brust und Bauch. Am Montag wurde der Mann im Straflandesgericht wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt. Der Schuldspruch ist nicht rechtskräftig.

Der gebürtige Afghane hatte die aus dem Irak stammende Frau in einem Flüchtlingsheim kennengelernt. Die beiden suchten um Asyl an und bezogen mit den Kindern der Frau eine kleine Wohnung in Ottakring. Der Mann fand einen Job, 2007 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.

Einzig seine Eifersucht stand einem glücklichen Familienleben im Weg, wie nun die 36- Jährige erzählte: "Er war aus dem geringsten Grund eifersüchtig. Wenn mir im Fernsehen ein Schauspieler oder ein Sänger gefallen hat, war er traurig." Seinen Kummer ertränkte der Mann dann meistens mit Wodka.

Vermeintlicher Nebenbuhler lässt Situation eskalieren

Als er eines Tages meinte, die Frau, mit der er nach islamischem Recht verheiratet ist, habe übers Internet Kontakt zu einem anderen aufgenommen, zog sich der 34- Jährige mit der Schnapsflasche ins Badezimmer zurück. Dort traf ihn seine Gefährtin weinend an: "Er war seelisch am Boden. Ich wollte ihn überzeugen, dass da nichts war, dass ich nichts mit anderen Männern habe."

Doch Mohammad T. ließ sich nicht beruhigen. Er versetzte der Frau einen Schlag ins Gesicht und kündigte an, er werde sie jetzt "umbringen". Dann holte er aus der Küche ein Messer, kehrte ins Badezimmer zurück und attackierte die dreifache Mutter vor den Augen ihrer zwölf, zehn und zweieinhalb Jahre alten Kindern - zwei davon hatte die 36- Jährige aus einer vorangegangen Beziehung in die Lebensgemeinschaft mitgebracht.

Beherzte Nachbarin gewährt Verletzter Unterschlupf

Der zehnjährige Bub warf sich schließlich dazwischen - wäre er nicht gewesen, "dann wäre ich jetzt sicher tot", so die Frau am Montag. Denn dadurch gelang es ihr, Mohammad T. die Waffe zu entwinden, die sie in die Duschkabine warf. Dann taumelte sie schwer verletzt und hilfeschreiend aus der Wohnung und fand bei einer beherzten Nachbarin Unterschlupf, die sie in ihre Wohnung ließ, obwohl im Hintergrund bereits der wieder mit dem Messer bewaffnete Mann zu erkennen war, der offensichtlich nicht von ihr ablassen wollte.

Vor den Geschworenen gab sich der Angeklagte äußerst einsilbig. Er könne sich an überhaupt nichts mehr erinnern, weil er betrunken gewesen sei. Laut einem amtsärztlichen Gutachten hatte er unmittelbar nach der Tat 0,68 Promille Alkohol im Blut. Der Angeklagte meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, der Staatsanwalt verlangte eine höhere Strafe und meldete ebenfalls Rechtsmittel an.

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