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21.10.2014 - 04:14

EU- Pläne empören Piloten: "Ein Schlag ins Gesicht"

22.01.2013, 12:31
EU-Pläne empören Piloten: "Ein Schlag ins Gesicht" (Bild: APA/Herbert Neubauer)
Foto: APA/Herbert Neubauer
In Wien- Schwechat sowie an über 20 anderen europäischen Airports haben am Dienstagvormittag Proteste von Piloten und Kabinenbesatzungen gegen die von der EU geplante Verlängerung der Flugdienstzeiten stattgefunden. Bei der Demo unter dem Motto "Walkout for Safety"  (Bild) warnte der Verband Österreichischer Verkehrspiloten (ACA) im Abflugbereich des Flughafens Wien vor gefährlicher Ermüdung im Cockpit: "Die Sicherheit der Crews, der Passagiere und der Bevölkerung, die unter den Flugrouten lebt, ist in Gefahr."

Die EU- Flugsicherheitsbehörde EASA will – wie berichtet – die höchstzulässigen Arbeitszeiten für Piloten und für das Kabinenpersonal vereinheitlichen – und gleichzeitig verlängern. Mit zweijähriger Übergangsfrist sollen die Vorgaben bis 2015 national umgesetzt werden. Bleibt es bei den EASA- Vorschlägen, kann die maximale Flugdienstzeit in der Nacht elf bis zwölf Stunden betragen. Außerdem soll es den EU- Plänen zufolge durch Kombination von Bereitschafts- /Stand- by- und reinen Flugzeiten möglich sein, dass ein Pilot 22 Stunden am Stück wach ist.

"Schlag ins Gesicht von Piloten und Flugbegleitern"

In Österreich wurde der Protest der ACA, der von 9 bis 11 Uhr dauerte, vom Bordbetriebsrat von AUA/Tyrolean und FlyNiki sowie von den Gewerkschaften vida und GPA- djp unterstützt. "Die Regeln, die von der EASA vorgelegt wurden, sind ein Schlag ins Gesicht von Piloten und Flugbegleitern", erklärte ACA- Generalsekretär Siegfried Lenz.

"Diese neuen Regeln werden den Airlines erlauben, gefährliche Dienstpläne zu erstellen. Crews können dann bis zu 22 Stunden wach bleiben und bis zu zwölf Stunden in der Nacht fliegen – und das, obwohl Wissenschaftler einhellig und dringend raten, Nachtdienste auf maximal zehn Stunden zu begrenzen", empörte sich der Experte für Flugdienstzeiten. Laut ACA spielt jetzt schon bei einem Fünftel der Unfälle in der Luftfahrt Ermüdung der Piloten eine Rolle.

"Werden dem gemeinsam einen Riegel vorschieben"

Auch der vida- Vorsitzende Gottfried Winkler zeigte sich kämpferisch: "Wir fordern die Entscheidungsträger sowie die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, diesen inakzeptablen Regelungsentwurf noch zu ändern. Es muss dafür gesorgt werden, dass in Europa Wirtschaftlichkeit nicht auf Kosten von Sicherheit der Vorrang gegeben wird - derartigen Tendenzen werden wir gemeinsam einen Riegel vorschieben."

Laut Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA- djp, würden sich Gewerkschaften in vielen Ländern mit den Crews solidarisieren und damit ein Zeichen gegen die prekären Arbeitssituationen der Beschäftigten setzen. "Deshalb ist es für uns selbstverständlich, diese Aktion zu unterstützen", so Proyer.

Kundgebungen an zahlreichen europäischen Airports

Auch auf anderen wichtigen europäischen Flughäfen fanden am Vormittag unter dem Motto "Walkout for Safety" Protestkundgebungen statt, um die Aufmerksamkeit von Flugpassagieren auf die Anliegen der Pilotenverbände zu lenken. Davon betroffen waren etwa Airports in Deutschland (Frankfurt), Frankreich (Paris), Italien (Rom, Mailand, Verona), Polen (Warschau), Niederlande (Amsterdam) und Belgien (Brüssel).

AG/red
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