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23.10.2014 - 03:37

Drama in Tirol: "Nachbarn haben Geräusche gehört"

14.11.2012, 14:07
Drama in Tirol: "Nachbarn haben Geräusche gehört" (Bild: APA/ROBERT PARIGGER)
Nach der Familientragödie in Hinterthiersee im Tiroler Bezirk Kufstein herrscht weiter Rätselraten über das Motiv des 51- jährigen Vaters, der seine beiden Söhne (13 und 23) mit einem Küchenmesser erstochen und sich anschließend selbst getötet haben soll. Die Ergebnisse der Obduktion der drei Toten haben indes die bisherigen Annahmen erhärtet. Auch der angenommene Tatzeitpunkt wurde am Mittwoch bestätigt: "Nachbarn haben Geräusche gehört", jedoch nicht Verdacht geschöpft.

Am Montag gegen 17 Uhr wollte eine Bekannte Nachschau bei der Familie halten, weil der 23- Jährige am Montag nicht zur Arbeit erschienen war. Da niemand öffnete, alarmierte sie die Polizei, die auf die drei Leichen stieß.

Nachbarn hörten "Geräusche"

Den Ermittlungen zufolge hatte das Drama Montag früh gegen 7 Uhr seinen Lauf genommen. "Die Nachbarn haben Geräusche gehört, die mit dem Tatgeschehen in Verbindung gebracht werden können", teilte Christoph Hundertpfund vom Landeskriminalamt am Mittwoch mit. Dieser Lärm hätte aber kein derartiges Geschehen vermuten lassen, weshalb die Nachbarn nicht Verdacht schöpften und deshalb auch nicht einschritten.

Einstiche in Brust, Bauch und Rücken

Morgens packte der 13- Jährige normalerweise seine Schulsachen. Der Bub besuchte die Hauptschule als sogenanntes Integrationskind, weil er geistig ein wenig zurückgeblieben war. Der Vater dürfte seinen jüngeren Sohn in der Küche attackiert haben. Dort stellte die Polizei deutliche Kampfspuren fest. "Der Bub weist zahlreiche Einstiche im Brust- , Bauch- und Rückenbereich auf", schilderte Hundertpfund der "Krone". Offenbar konnte der Bub zunächst aus der Küche fliehen. Seine Leiche wurde im Vorraum gefunden.

Der 23- jährige Bruder wurde im ersten Stock von seinem Vater offenbar im Bett überrascht. Auch dort gab es Kampfspuren, so die Kriminalisten, der junge Mann dürfte sich vehement gewehrt haben. Auch seine Leiche, die später im Vorraum zum Schlafzimmer entdeckt wurde, weise mehrere Stichverletzungen im Brust- , Bauch- und Rückenbereich auf.

Tatwaffe unter Leiche in Badewanne entdeckt

Der 51- Jährige wurde von der Polizei in der Badewanne gefunden. Er hatte sich mit der Tatwaffe zunächst sogenannte Zauderstiche zugefügt. Kriminalist Hundertpfund: "Wenn sich Menschen mit einem Messer umbringen wollen, fügen sie sich oft zunächst ein paar Stiche zu, diese nennt man Zauderstiche." Schließlich schlitzte sich der Vater, ein Landesbeamter bei der Straßenmeisterei, die Pulsadern auf und verblutete. Das Tatmesser lag unter der Leiche.

Die Ergebnisse der Obduktion erhärteten die bisherigen Ermittlungsergebnisse. "Das Verletzungsmuster an den Leichen stimmt mit den am Tatort gefundenen Spuren überein", teilte Hundertpfund mit. Demnach dürften sowohl der Täter als auch die beiden Opfer an den Folgen der Schnitt- und Stichverletzungen gestorben sein.

Vater möglicherweise völlig überfordert

Über das Motiv herrschte auch am Mittwoch lediglich Rätselraten. "Das wird möglicherweise nie mehr geklärt werden", meinte der leitende Ermittler. Es sei kein Abschiedsbrief gefunden worden und eine Befragung des Täters sei nach dessen Ableben unmöglich. Die Spurensicherung am Tatort war noch nicht gänzlich abgeschlossen. Weitere Befragungen im Umfeld der Familie sollen folgen.

Möglicher Hintergrund der Bluttat: Der ältere Sohn sowie auch die Mutter sollen psychische Probleme gehabt haben. Der Vater könnte mit der Alleinverantwortung für die Familie völlig überfordert gewesen sein. Abschiedsbrief gibt es keinen. Die Ehefrau bzw. Mutter erfuhr im Spital von der Bluttat, wo sie seit mehreren Tagen stationär behandelt wird. Sie konnte zunächst nicht einvernommen werden.

Bürgermeister: "Was bleibt, ist Ratlosigkeit"

Nach der Familientragödie herrscht in dem Ort Fassungslosigkeit. Laut Bürgermeister Hannes Juffinger gab es für die Bluttat keinerlei Anzeichen. "Als ich davon erfahren habe, war die erste Reaktion: So etwas kann es bei uns nicht geben", schilderte Juffinger. "Was bleibt, ist Ratlosigkeit."

Claus Meinert und Manuel Diwosch, Kronen Zeitung/AG/red
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