Vom Helden zum Buhmann. Wie berichtet (Details in der Infobox), hat der 44- jährige Steirer gestanden, den Gipfel des K2 am 13. August nicht erreicht zu haben. In einer Art Trancezustand habe er sich auf 7.400 Metern aber eingebildet, oben gewesen zu sein. "Blödsinn", sagen Experten.
Das Foto wurde zwar auf 7.400 Metern gemacht, aber ziemlich sicher bei einem vorangegangenen Versuch. Stangl selbst soll sich zwei Tage lang im vorgeschobenen Basislager (5.300 Meter) verkrochen haben und dann als "Gipfelsieger" zurückgekehrt sein.
Mit "Vater Morgana" die Zeit totgeschlagen
Vom Basislager aus, in dem 13 hochkarätige internationale Bergsteiger zugegen waren, hatte man den Berg ständig beobachtet, tagsüber keinen Bergsteiger und nachts keine Lichter gesehen, obwohl Stangl wegen der geringeren Steinschlag- und Lawinengefahr lieber in der Nacht unterwegs war. Nachdem Stangl ins Basislager zurückgekehrt war, behauptete er, auf dem K2- Gipfel gewesen zu sein, packte seine Sachen und reiste wenige Stunden später ab.
Kurz darauf wurden Träger zum vorgeschobenen Basislager geschickt, die in der Nähe des Zelts vergrabene Essensverpackungen fanden. Ebenfalls dort versteckt: Michael Niavaranis Buch "Vater Morgana", mit dem sich Stangl die Zeit totgeschlagen haben dürfte.
Kammerlander war Stangl auf den Fersen
Ein Grund für die Lüge dürfte darin bestehen, dass Stangl mit Hans Kammerlander ein großes Kaliber auf der Jagd nach den zwei höchsten Gipfeln aller Kontinente auf den Fersen war. Der Südtiroler hat mit dem K2 die Haupthürde geschafft - auch Stangl hätte danach nur noch der Tyree in der Antarktis gefehlt. Warum der Steirer aber in seiner TV- Beichte am Dienstag neuerlich gelogen hat, bleibt rätselhaft...
Gerlinde Kaltenbrunner, die heuer am K2 erneut (ehrlich) gescheitert ist: "Stangls Lüge ist mir unerklärlich - sie schadet dem ganzen Profi- Alpinismus!"
Kronen Zeitung