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Das Massaker von Srebrenica

30.07.2008, 11:12
Das Massaker von Srebrenica
Der jetzt verhaftete General Ratko Mladic, Ex- Militärchef der bosnischen Serben, wird sich unter anderem wegen des Massakers in Srebrenica verantworten müssen. Die Tötung von 7.800 Bosniaken in der früheren bosniakischen Enklave gilt als schwerstes Kriegsverbrechen auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im April 1993 erklärte die UNO die von bosnisch- serbischen Truppen eingeschlossene Moslem- Enklave im Nordosten Bosniens zur Schutzzone. Eine Luftbrücke zur Versorgung der Menschen wurde eingerichtet. Doch die Einnahme Srebrenicas konnte die damalige UNO- Schutztruppe für Bosnien nur hinauszögern.

Am 9. Juli 1995 eroberten die bosnischen Serben mit etwa 2.000 gut ausgerüsteten Angreifern mehrere UNO- Posten, nachdem sie einige Dutzend niederländische Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht hatten und überrannten die Enklave. Auch der Einsatz der NATO- Luftwaffe am 11. Juli konnte die Einnahme der Stadt nicht verhindern.

UNO- Soldaten griffen nicht ein

Die bosnischen Serben drohten mit Massentötungen ihrer Gefangenen. Laut Augenzeugen verhinderten die UNO- Soldaten nicht, dass die Milizionäre aus den Flüchtenden die kampffähigen Männer aussonderten und umbrachten. Insgesamt wurden rund 7.800 moslemische Knaben und Männer ermordet und in Massengräbern verscharrt. Frauen und Kinder wurden deportiert.

Als Hauptverantwortliche gelten der ehemalige politische Führer der bosnischen Serben, Karadzic, der das Massaker angeordnet haben soll, und sein Militärführer Ratko Mladic. Dieser ist immer noch auf der Flucht.

Die einst in Srebrenica stationierten niederländischen Blauhelmsoldaten sollen die Einnahme der Enklave nicht nur geduldet, sondern den serbischen Truppen sogar beim Ausmustern der Einwohner geholfen und Beweise für Gräueltaten vernichtet haben. UNO- Generalsekretär Kofi Annan kam in einem Bericht im November 1999 allerdings zu dem Ergebnis, es sei nicht festzustellen, "ob ein entschiedeneres Verhalten der Niederländer Leben gerettet hätte".

AG/red
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