Campingplatz nach Regenfällen unter Wasser gesetzt

09.07.2012, 11:55
Campingplatz nach Regenfällen unter Wasser gesetzt (Bild:  (Bild: Andreas Kreuzhuber))
Das Wetter gönnt Österreichs Feuerwehren keine Verschnaufpause. Heftiger Regen, Hagel und Sturmböen haben in der Nacht auf Montag die Bundesländer Salzburg und Tirol erneut heimgesucht. Im Salzburger Pongau hielten Vermurungen und überflutete Keller die Florianis auf Trab. In Pfarrwerfen stand sogar ein Campingplatz teilweise unter Wasser, 14 Personen wurden evakuiert. Im Tiroler Unterland richteten golfballgroße Hagelkörner große Schäden an. Verletzt wurde niemand.

Gegen 22.30 Uhr setzten in Salzburg die Gewitter mit starken Regenfällen ein, in einigen Bereichen hagelte es sogar. Bei Pfarrwerfen wurde die Salzachtalstraße (B159) vermurt. Da auch die Kanalisation verstopft war, strömte das Wasser auf einen unterhalb der Straße gelegenen Campingplatz. "In den Senken ist dort das Wasser knietief gestanden", schilderte Alexander Weiss, Ortsfeuerwehrkommandant von Werfen. Urlauber flüchteten aus ihren überfluteten Zelten.

"Maximal ein Drittel der rund 50 belegten Stellplätze war von der Überschwemmung betroffen", sagte Maria Vierthaler, die mit ihrem Mann den Campingplatz betreibt. "Wir haben vier Familien mit 14 Personen in unser Haus gelassen." Feuerwehrleute pumpten das Wasser ab, um 3.30 Uhr war der Einsatz beendet. "Die nassen Schlafsäcke wurden getrocknet. Die Familien aus fünf Zelten können heute wieder campen", zeigte sich Vierthaler erleichtert.

Hagel, Vermurungen und Verklausungen

In Werfen gingen zudem gleich mehrere Muren ab. Die Bewohner von 14 Häusern am Reitsamberg waren kurzfristig von der Außenwelt abgeschnitten. Im Bereich Imlau- Pfarrwerfen gingen starke Hagelfälle nieder. Die Tauernautobahn musste wegen Verklausungen bei Bischofshofen in der Nacht vorübergehend gesperrt werden. Wegen Vermurungen war auch die B99 im Pongau blockiert, am Montagvormittag musste der Verkehr zwischen Niedernfritz und Bischofshofen wegen Aufräumarbeiten noch wechselseitig angehalten werden.

Von insgesamt 81 Einsätzen der Feuerwehr wurden 72 allein im Pongau absolviert, erklärte Markus Buchner vom Landesfeuerwehrkommando Salzburg. Im Pongau wurden rund 27 Keller überflutet, im Tennengau waren es sieben. In Saalfelden im Pinzgau stand die Tiefgarage einer Wohnbaugenossenschaft einige Zentimeter tief unter Wasser.

Golfballgroße Hagelkörner in Tirol

Auch das Tiroler Unterland wurde von den Unwettern nicht verschont. Die Feuerwehren standen vor allem im Raum Kufstein, Wörgl und Kirchbichl im Dauereinsatz. Golfballgroße Hagelkörner (Bild) beschädigten Dächer und Hausfassaden, Autoscheiben wurden durchschlagen.

Mehrere Straßen mussten in den betroffenen Gebieten kurzfristig gesperrt werden, weil starke Windböen Bäume entwurzelten. In Kirchbichl wurde die Unterführung beim Bahnhof rund einen Meter hoch überschwemmt. Die Einsatzkräfte waren bis in die frühen Morgenstunden mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.

AG/red
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