Bundespräsident Fischer warnt vor "Casino- Mentalität"

01.01.2013, 19:48
Bundespräsident Fischer warnt vor "Casino-Mentalität" (Bild: APA/BUNDESHEER/GUNTER PUSCH)
Foto: APA/BUNDESHEER/GUNTER PUSCH
Bundespräsident Heinz Fischer hat am Dienstag in seiner traditionellen Neujahrsansprache unter anderem auch zum Finanzskandal in Salzburg Stellung genommen. Das Staatsoberhaupt warnte dabei vor einer "Casino- Mentalität" und der Entwicklung zu einer Ellbogengesellschaft. Zudem rief er die Österreicher zu einer Teilnahme an der Wehrpflicht- Befragung am 20. Jänner auf.

"Spekulationen mit astronomischen Beträgen, verantwortungsloser Umgang mit fremdem Geld und kriminelle Energie" müssten "entschieden bekämpft" werden, so Fischer. "Unerlässlich" seien wirksame und fest verankerte Bestimmungen gegen Spekulationen, wie sie gerade vorbereitet würden, sowie eine verstärkte Kontrolle von riskanten Geschäftsmodellen, erklärte der Bundespräsident.

"Auswüchse und Fehlentwicklungen" in der Finanzwirtschaft, Spekulationsgeschäfte, Zinswetten und "eine Art Casino- Mentalität" hätten enorme Schäden verursacht. Wenn in Sekunden Millionen verdient, aber auch verspielt werden können, sei das "ein Hohn auf das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit und auch der Leistungsgerechtigkeit". Daher müsse alles getan werden, damit Österreich und Europa nicht in Richtung einer Ellbogen- und Spekulationsgesellschaft abdriften, sondern das Ziel einer humanen und solidarischen Gesellschaft aufrechtbleibe.

Aufruf zur Volksbefragung

Zudem rief er alle Stimmberechtigten dazu auf, an der Volksbefragung über die Wehrpflicht am 20. Jänner teilzunehmen. "Unterschätzen Sie bitte nicht die Möglichkeit, durch die Abgabe Ihrer Stimme auf die politische Willensbildung Einfluss zu nehmen", sagte der Oberbefehlshaber des Bundesheeres - ohne freilich eine Empfehlung abzugeben, ob man für oder gegen die Wehrpflicht abstimmen soll.

AG/red
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