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Bürgermeister Schaden: "Leck so groß wie Bus"

14.01.2012, 17:05
Bürgermeister Schaden: "Leck so groß wie Bus" (Bild: Andreas Tröster)
Foto: Andreas Tröster
Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden war mit an Bord der "Costa Concordia", die am Freitagabend gegen 20 Uhr zwischen Giglio und der südlichen Toskana auf Grund lief (siehe Infobox). Die "Krone" sprach mit dem Stadtoberhaupt.

"Krone": Herr Bürgermeister, Sie waren an Bord bei der Kreuzfahrt der "Costa Concordia". Wie haben Sie das Unglück erlebt?
Heinz Schaden: Es muss ein schwerer Navigationsfehler gewesen sein. Die Hafeneinfahrt in Giglio war hell erleuchtet. Trotzdem hat das Schiff einen Felsen gerammt.

"Krone": Wie groß war das Leck im Rumpf?
Schaden: So groß wie ein Autobus. Dann fielen die Lichter aus, und es war stockfinster an Bord.

"Krone": Wie haben Sie reagiert?
Schaden: Mir war klar, dass etwas passiert sein muss. Ich habe aus der Kabine den Pass, meine Schlüssel und das Geld geholt - das war gerade noch rechtzeitig. Die Kleidung und alles andere blieb in der Kabine und ist versunken.

"Krone": Hat die Rettung der Passagiere geklappt?
Schaden: Die Crew hat uns lange weismachen wollen, dass es nur ein Schaden am Generator ist und nichts Tragisches passiert wäre.

"Krone": Die Leute haben das geglaubt?
Schaden: Nein, das Schiff hatte ja Schlagseite. Unter den Passagieren waren auch viele Kinder und ältere Leute. Von Panik habe ich jedoch nichts bemerkt. Um mich herum sind alle diszipliniert angestanden, um zu den Rettungsbooten zu kommen.

"Krone": Und wurden gleich in diese Boote verfrachtet?
Schaden: Erst nach mehr als einer Stunde begann die Evakuierung. Da konnten einige Boote nicht mehr verwendet werden, weil das Schiff so schief lag, dass sie nicht ins Wasser hinuntergelassen werden konnten.

"Krone": Hat die Crew des Kreuzfahrtschiffes funktioniert?
Schaden: Das Personal war gut, von den Offizieren habe ich niemanden gesehen.

"Krone": Wie kamen Sie schließlich von Bord?
Schaden: Mit einem der letzten Rettungsboote. Nach der Versorgung auf der Insel setzte uns eine Fähre aufs Festland über. Ein Bus brachte alle Passagiere zurück nach Savona bei Genua, wo die Kreuzfahrt begann und wo wir Samstag früh ankommen sollten.

"Krone": Wie kommen Sie heim?
Schaden: Mein Auto steht in Savona - und der Schlüssel ist beim Parkplatz hinterlegt.

Interview: R. Redtenbacher
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