Wann genau die nächste Wien- Wahl stattfindet, sei jedenfalls noch nicht entschieden: "Ob es eine Vorziehung gibt oder nicht, ist eine Geschichte, die völlig von den Umständen abhängt. Ich führe zurzeit weder einen Wahlkampf, noch führe ich diese Wahltagsdebatte - wir haben wirklich anderes zu tun." Die Umstände hängen demnach zentral mit der Wirtschaftskrise zusammen: "Daher ist abzuschätzen, wann absehbar ist, dass Licht am Ende des Tunnels ist. So lange werden wir arbeiten - wahlkämpfen tun andere, die nichts zu verantworten haben und die auch nichts leisten."
Das sich abzeichnende Duell mit FPÖ- Obmann Heinz- Christian Strache sieht Häupl thematisch begründet: "Er ist die Personifizierung des Antagonismus von Wien. Wir haben völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Wien in Zukunft ausschauen soll. Daher entscheidet man nicht nur zwischen zwei Personen, sondern zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen, diametral entgegengesetzten Politikkonzepten."
So sei auch eine Zusammenarbeit schon alleine aufgrund der inhaltlichen Positionen nicht möglich. Aber natürlich werde man nach der Wahl überhaupt keinen Koalitionspartner benötigen: "Denn ich bin davon überzeugt, dass auch die Wiener ähnlich stabile Verhältnisse haben wollen wie die Niederösterreicher, allerdings mit anderen politischen Vorzeichen." Ob er in diesem Falle nach einer Wiederwahl die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung stehen wird, lässt Häupl offen: "Schauen wir mal." Zunächst habe die Krisenbewältigung und der anschließende Wahlkampf Vorrang.
Ans Aufhören denke er jedenfalls nicht, zumal der Wiener Bürgermeisterposten der beste politische Job der ganzen Welt sei: "Wenn ich mit dem in zehn Jahren oder wann auch immer aufhöre, dann mache ich mit Sicherheit ganz etwas anderes." Das höchste Amt im Staate erringen will Häupl dann jedenfalls nicht: "Ich glaube, mein individuelles Persönlichkeitsprofil ist nicht kompatibel mit dem Anforderungsprofil an einen Bundespräsidenten."
Die FPÖ hat amüsiert auf die Aussagen Häupls reagiert. Es sei darauf hingewiesen, dass sich gerade jener Bürgermeister, der keine Kreuze mehr in unseren Klassenzimmern sehen wolle und die FPÖ wegen ihres Einsatzes für die christlich- abendländischen Traditionen verhöhnt habe, nun auf Gott berufe, erklärte Landesparteisekretär Hans- Jörg Jenewein. Aber Häupl habe offensichtlich panische Angst, wenn er an die bevorstehende Wahlniederlage im Jahr 2010 denke. Dies sei vermutlich der Grund, weshalb er höhere Mächte um Beistand anflehe.