Bucher: "Ich will Landeshauptmann werden"

13.08.2012, 22:55
Bucher: "Ich will Landeshauptmann werden" (Bild: APA/ORF/Milenko Badzic)
Foto: APA/ORF/Milenko Badzic
BZÖ- Chef Josef Bucher will als Spitzenkandidat seiner Partei bei der kommenden Kärntner Landtagswahl antreten. "Ich werde in Kärnten Spitzenkandidat des BZÖ, und ich möchte Landeshauptmann werden", sagte Bucher im ORF- "Sommergespräch", das am Montagabend ausgestrahlt wurde. An seinem "Vorbild" Jörg Haider hält er fest, Stimmenverluste an Frank Stronach fürchtet er nicht, und mit der Vergangenheit hat er abgeschlossen. Man schaue beim BZÖ mit Hoffnung in die Zukunft, so der Parteichef.

Die ORF- "Sommergespräche" finden dieses Jahr an Orten der Kindheit der jeweiligen Parteivorsitzenden statt. In Buchers Fall war das die Burg Petersberg in Friesach, aufgezeichnet wurde vormittags vor einem sommerlichen Kärntner Panorama.

Der Chef des Bundes- BZÖ sah sich gegenüber ORF- Journalist Armin Wolf nahezu durchwegs in verteidigender Haltung. Bucher musste negative Umfrageergebnisse und Prognosen zu seiner Partei und Person sowie bohrende Fragen zur juristisch interessanten BZÖ- bzw. FPÖ- Vergangenheit wegstecken. Bucher blieb ruhig und schlug sich großteils wacker - im Übrigen neuerdings ohne "Genug gezahlt!"- Brosche am bodenständigen Kärntner- Janker.

"Koalition mit FPK nicht vorstellbar"

Bezüglich Landtagswahl meinte Bucher, er wolle nur in Kärnten bleiben, wenn er Landeshauptmann werde - nicht aber als Landtagsabgeordneter. Sollte er die Wahl in Kärnten verlieren (Wolf: "Sie werden nicht Landeshauptmann"), werde er seinen "österreichischen Weg" - also im Nationalrat - fortsetzen. Eine Koalition mit der FPK kann sich der BZÖ- Obmann "mit Personen wie Dörfler, Dobernig, dem System Scheuch offen gesagt nicht vorstellen".

Der nun mit Korruptionsvorwürfen konfrontierte verstorbene Landeshauptmann und BZÖ- Gründer Haider bleibt nach wie vor Buchers Idol: "Jörg Haider war in seiner Schaffensperiode für mich ein Vorbild, und da gibt es nichts, was mir gegenwärtig irgendwie diese Sicht eintrüben könnte." In Kärnten habe man Respekt vor den Toten.

Auch bei Nationalratswahl 2013 Spitzenkandidat

Auch bei der Nationalratswahl 2013 will Bucher als Spitzenkandidat des BZÖ antreten. Einen Widerspruch zu seiner Landtagskandidatur will er darin nicht erkennen.

Angst vor Stimmenverlusten in Richtung Stronach- Partei hat Bucher zudem nicht und zeigt sich vom Wiedereinzug in den Nationalrat überzeugt: "Herr Stronach hat eine sehr beeindruckende Vergangenheit, und wir haben eine hoffnungsvolle Zukunft. Ich schätze das Lebenswerk des Frank Stronach, er ist heute 80 Jahre alt (Stronach feiert am 6. September Geburtstag, Anm.), und wir werden mit jugendlicher Frische eine andere Politik machen."

"Traumberuf Landeshauptmann"

Als seine wichtigsten Charaktereigenschaften nannte Bucher "Ehrlichkeit und Anständigkeit". Sein Traumberuf sei "Regierungspolitik zu machen in Österreich und Landeshauptmann von Kärnten zu sein". Seine wichtigste Aufgabe werde in Zukunft sein, den "rechtsliberalen Kurs" des BZÖ weiter zu halten und vor allem seine Partei schärfer zu profilieren.

red/AG
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