Es ist fast schon eine Kriminalgeschichte, die sich da in Imst abspielte: Die Brüder Franz und Gottlieb N. erbten 1999 satte 700.000 Euro. Da das Geld nicht sofort gebraucht wurde, wollte das Brüderpaar sparen. Doch wie sich herausstellte war die Sparkasse Imst, die laut Eigenwerbung das Sparen erfunden haben will, offenbar die schlechteste Wahl.
Nach fünf Jahren war ein großes Loch am Konto. Nur noch 100.000 Euro waren von der Erbschaft übrig geblieben. Der Rest soll von den Tiroler Bankern an den Weltbörsen verzockt worden sein.
Die Bank sah die Schuld nicht bei sich. Im Gegenteil: Der Aufsichtsratsvorsitzende der Sparkasse Imst, Klaus Gstrein, beschuldigte die Brüder, eine Vereinbarung von 1999 gefälscht zu haben. Gstrein drängte einen der Brüder unter massiven Drohungen, eine Verzichtserklärung zu unterschreiben, um aus der Haftung zu kommen. Eine Vorgehensweise, die Richterin Claudia Zimmermann-Ganahl anprangerte und die auch im weiteren Verlauf der Causa noch strafrechtliche Konsequenzen haben könnte.
Vor Gericht war am Dienstag kein einziger Banker glaubwürdig. Die Richterin hielt fest, dass sich die Herren offenbar abgesprochen haben, um das Verfahren zu beeinflussen. Sie legte fest: Die Sparkasse Imst muss 585.000 Euro an die Brüder zahlen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Von der Bank gab es am Dienstag keine Stellungnahme, am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat.
von Matthias Holzmann ("Tiroler Krone") und krone.at