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"Bildung statt Ausbildung": Was die Studis fordern

28.10.2009, 15:48
"Bildung statt Ausbildung": Was die Studis fordern (Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER)
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER
Die Forderungen der Besetzer des Audimax der Universität Wien sind so unterschiedlich wie die daran beteiligten Gruppen, Schlagworte des Protests sind freie Bildung für alle und ganz generell ein Stopp der "Ausbeutung in allen Lebensbereichen". Am Mittwoch haben die protestierenden Studenten einen offenen Brief mit konkreten Forderungen an Kanzler Werner Faymann (SPÖ), Finanzminister Josef Pröll (ÖVP), Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) und den Rektor der Uni Wien, Georg Winckler, präsentiert.

Die Adressaten werden darin aufgefordert, im Audimax öffentlich Stellung zu den Forderungen zu nehmen. Die Besetzer erwarten nun Terminvorschläge: "Wir sind zeitlich flexibel, da wir hier ohnehin nicht weggehen". Im Folgenden eine Zusammenfassung der Forderungen:

BILDUNG STATT AUSBILDUNG: Gefordert wird eine grundlegende Überarbeitung des Bachelor/Master- Systems, kritisiert wird die Verschulung des Studiums und Reduzierung der Hochschulbildung auf wirtschaftlich verwertbares Wissen. Bestehende Diplomstudien sollen aufrechterhalten werden, Master- und Doktoratsstudien frei zugänglich und Wahlfächer frei wählbar sein. Gefordert wird weiters ein Ende der Studieneingangsphase und der Verpflichtung, Lehrveranstaltungen in bestimmter Reihenfolge zu absolvieren.

FREIER HOCHSCHULZUGANG: Abschaffung der Studiengebühren auch für Nicht- EU- Bürger und Langzeitstudenten und freier Hochschulzugang ohne Zugangsbeschränkungen für alle. Um qualitativ hochwertige Lehre zu gewährleisten, sollen die Studienplätze ausgebaut werden.

DEMOKRATISIERUNG DER UNIS: Gefordert wird die Gleichberechtigung von Professoren, Studierenden, wissenschaftlichem und nicht wissenschaftlichem Personal. Auf allen Ebenen sollen demokratische Entscheidungsstrukturen eingeführt werden. U.a. wird die Abschaffung des zum Teil von der Regierung beschickten Uni- Rates und die Wiedereinführung der Direktwahlen der Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) verlangt.

AUSFINANZIERUNG DER UNIVERSITÄTEN: Die Studenten wollen Transparenz bei der Finanzierung von Forschung und Lehre und über die Verwendung der Mittel mitbestimmen. Alle finanziellen Zugangsbarrieren im Bildungsbereich sollen abgeschafft, die Freifahrt für Studenten wieder eingeführt werden.

Um ein BARRIEREFREIES STUDIEREN zu ermöglichen, muss an allen österreichischen Unis das Behindertengleichstellungsgesetz umgesetzt werden. Außerdem verlangen die Besetzer die BEENDIGUNG DER PREKÄREN DIENSTVERHÄLTNISSE an den Universitäten und die Einführung einer FRAUENQUOTE VON 50 PROZENT in allen Bereichen des Uni- Personals.

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