Als Pendler kann einen so schnell nichts überraschen, die ÖBB-geprüften Fahrgäste kennen alle Hürden und Hindernisse. Teure Tickets, Verspätungen – und jetzt die nächste ÖBB-Ohrfeige: Viele verspäteten Güterzüge haben Vorrang vor pünktlichen Personenzügen.
"Damit bestätigt sich der Eindruck des neuen Schweizer Aufsichtsrats Paul Blumenthal, dass die ÖBB vor allem Interesse am Güterverkehr hegen", ärgert sich Gabriela Moser. Auf der internen Anweisung zu finden: eine Liste der "VIP-Güterzüge".
ÖBB: "Da geht es um Minuten"
"Personenverkehr hat immer Vorrang!", kontert Bettina Gusenbauer von den ÖBB. "Mit dem neuen Fahrplan gibt es diese Anweisung nicht mehr. Wenn aber Züge Vorrang haben, dann mit Grund." Internationale Anschlüsse etwa oder dringende Fracht für Autowerke. ÖBB-Mann Thomas Berger: "Da geht es um Minuten."
Bei den Pendlern etwa nicht? Laut einem zweiten internen Bericht liegt die Pünktlichkeit beim Personenfernverkehr bei nur 74,6 Prozent. Infrastrukturministerin Doris Bures jedenfalls ist der Kragen geplatzt. Nach einem Donnerwetter muss die Reihung der Züge nun besser getroffen werden. Fazit: Auf der Strecke Wien – Salzburg gibt es statt sieben bis acht Verzögerungen jetzt nur noch eine bis zwei.
von Michael Pommer, Kronen Zeitung
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