Prunkvolle Villen, teure Autos und Partys ohne Ende - während die Köpfe der Bettlermafia in Saus und Braus lebten, führten ihre Opfer auf Wiens Straßen ein erschütterndes Dasein. Die Rekrutierung erfolgte in Rumänien. Unter dem Motto: je älter und körperlich eingeschränkter, desto besser.
Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt: "Bis zu zehn Stunden mussten die großteils behinderten Menschen täglich betteln. Das Tagessoll an Einnahmen pro Person betrug meist 80 Euro. Wenn sie das nicht schafften, gab es Bestrafungen." Kein Geld, kein Essen, nichts zu trinken oder Prügel.
Fünf "Statthalter" und Capos verhaftet
So "verdiente" sich die Mafia eine goldene Nase. "Bei den mehr als 80 hilflosen Opfern allein in Österreich kam die Rumänen-Bande im Schnitt auf ein Monatseinkommen von rund 200.000 Euro", so Tatzgern. Untergebracht waren die Bettler in vier Wohnungen.
Doch nach monatelangen Ermittlungen durch das Bundeskriminalamt in Zusammenarbeit mit dem LKA Wien klickten nun die Handschellen. Fünf sogenannte "Statthalter" - sie waren für die Organisation vor Ort und für die Geldtransfers verantwortlich - wurden in der Bundeshauptstadt verhaftet, 16 Festnahmen erfolgten in Rumänien. Unter den Verhafteten auch die mutmaßlichen Mafia-Capos: das Ehepaar Virginia und Mircea E. (33). Sie sollen von ihren Luxusvillen in Rumänien aus die Fäden gezogen haben.
von Klaus Loibnegger (Kronen Zeitung) und krone.at
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