Am Samstag, kurz vor 10 Uhr, startet der Vormittag mit einem flauen Gefühl im Magen: Strömender Regen fällt seit Stunden und nur fünf Freiwillige sind bei der Fischerhalle in Wilhelmsburg in Niederösterreich eingetroffen. Hat das Schlechtwetter alle vertrieben? Doch Minuten später ist der Treffpunkt bis auf den letzten Platz gefüllt.
Ereignisse vor dem Verschwinden rekonstruiert
"Bis zu 300 Freiwillige sind gekommen", erklärt Einsatzleiter Andreas Bucher, der die Aktion via Facebook ins Leben gerufen hat. Ganz vorne mit dabei sind natürlich die Eltern des Vermissten. In Detektivarbeit haben sie die letzten Stunden vor dem Verschwinden ihres Sohnes rekonstruieren können. "Ich habe um halb zwölf noch mit ihm telefoniert", erklärt Franz K. senior. "Er klang heiter, aber nicht betrunken. Normalerweise ruft er mich immer an, und ich hole ihn und seine Freunde ab." Nur in dieser Nacht nicht: Franz junior wird noch bei fröhlichen Plaudereien gesichtet, es gibt eine Schlägerei, mit der er nichts zu tun hat - und dann reißt jede Spur ab.
"Wir suchen, bis wir ihn finden"
Der Albtraum der Eltern beginnt. "Ich bin sicher schon 100 Kilometer durch die Gegend gelaufen und habe ihn gesucht, leider nichts", erklärt der Vater. Und auch die Freiwilligen kämpfen stundenlang ohne Pause durch: "Wir suchen, bis wir ihn finden", sagt einer seiner Freunde. "Im Notfall auch in den nächsten Tagen und sogar Wochen."
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