Jedes Jahr müssen im Land ob der Enns mehr als 1.000 Betretungsverbote nach häuslicher Gewalt verhängt werden. Und diese Zahl nimmt ständig zu. Allein im heurigen Jahr wurden Polizeibeamte in etwa 60 Fällen als Streitschlichter in Wohnungen geholt.
In fast ebenso vielen Fällen blieb es nicht bei verbalen Streitereien. Die Auseinandersetzungen arteten gewalttätig aus, zwischen Eheleuten und Partnern flogen die Fetzen, das Geschirr oder gar Einrichtungsgegenstände.
Als Hauptursachen für die brutalen "Rosenkriege" werden von Experten die zunehmende Arbeitslosigkeit, der Angst um den Job und ein übermäßiger Alkoholkonsum genannt. Auffällig in den vergangenen Jahren ist dabei die Zunahme an weiblichen Tätern. Bereits fast jedes zehnte Betretungsverbot wurde gegen eine gewalttätige Frau ausgesprochen.
von Johannes Nöbauer, "OÖ Krone"