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Hausfrau wegen Mordes in Timelkam verhaftet

09.08.2010, 13:15
Hausfrau wegen Mordes in Timelkam verhaftet (Bild: APA/RUBRA)
Foto: APA/RUBRA
Eine fünffache 34- jährige Mutter aus Timelkam soll die eiskalte Bluttat geplant haben - um Geld für den Urlaub in Kroatien zu beschaffen. Für 820 Euro Beute musste ihre Nachbarin (77) sterben. Als die Verdächtige jetzt von der Reise zurückkam, klickten noch vor dem Kofferauspacken die Handschellen.

Acht Silber- und Goldmünzen, die aus der kleinen Sammlung der ehemaligen Putzfrau fehlten, führten zur Verdächtigen, die den Mini- Schatz gleich nach der Tat in der örtlichen Bank getauscht hatte. Bei Routinebefragungen in Geldinstituten waren die Mordermittler auf die heiße Spur gekommen – der Münzumtausch wurde gefilmt. Gerade einmal 670 Euro gab's dafür.

So ganz wollen die Ermittler das Motiv "Urlaubsgeld" aber noch nicht glauben. Um an das Geld für den Urlaub zu kommen, hätte die 34- Jährige nicht gleich einen Mord verüben, sondern auch ein weniger brutales Verbrechen - beispielsweise einen Einschleichdiebstahl - versuchen können, so die Beamten.

Am Dienstag vor zwei Wochen soll die mutmaßliche Täterin beschlossen haben, ihre Nachbarin zu töten und sie zu berauben. Die Hände mit einem Gummi- und einem Stoffhandschuh geschützt, eine Prosecco- Flasche in der Hand – so klingelte sie bei der Nachbarin. Diese habe sie aus örtlicher Nähe als Opfer ausgesucht, gröbere Konflikte habe es bis auf einen kleinen Zwist wegen des Aufstockens des Hauses der Großfamilie nicht gegeben, der Kontakt über den Gartenzaun war spärlich.

Brutal auf Opfer eingestochen

"Als die Pensionistin die Tür öffnete, wurde sie sofort mit der Flasche niedergeschlagen", zitiert Sicherheitsdirektor Alois Lißl aus dem Geständnis, das die Verdächtige laut Polizei abgelegt hat. Noch ein Dutzend Mal habe die Mutter von fünf Kindern im Alter von neun bis 16 Jahren auf ihr Opfer eingeschlagen. Die Flasche zerbrach dabei nicht, wurde wieder eingepackt. Dann habe sie ein Messer aus der Küche geholt und mehrmals in den Rücken der klein gewachsenen, reglos am Boden liegenden Pensionistin gestochen.

Millionen waren nicht zu holen, aber 150 Euro Bargeld, die vier Dukaten und vier Silbermünzen fielen der mutmaßlichen Mörderin in die Hände. Dann zog sie die Tür zu, ließ die Leiche liegen und ging zur Bank und heim zur Familie. Am nächsten Tag ging es für elf erholsame Tage mit Ehemann und Kindern – ausgenommen nur der älteste Sohn – nach Makarska in Kroatien.

Als die Verdächtige gerade in der Sonne Kroatiens ankam, entdeckte der Sohn der Ermordeten die Leiche seiner Mutter. Zuerst war das Motiv völlig unklar, da die Wohnung nicht offensichtlich durchwühlt worden war und die Angehörigen nicht wussten, ob etwas fehlt. 20 einschlägig bekannte "Gelegenheitsgauner" der Umgebung wurden überprüft – alle hatten ein Alibi.

Auch Sohn und Tochter der Toten wurden einvernommen. Die Polizei telefonierte sogar mit der Nachbarsfamilie in Kroatien: "Nein, wir sind am Dienstag weggefahren, uns ist nichts aufgefallen." Der Ehemann und die Kinder wussten nicht, dass Eis und Bier mit Blutgeld bezahlt wurden.

Akribische Spurensuche

Erst die aufwendige Routine- Laufarbeit führte über den gefilmten Münzumtausch zu einer Spur und wenig später zur Verdächtigen. Als am Samstag die Familie heimkam, wurde die Mutter zuerst als Zeugin zur Polizei bestellt. In der Nacht zum Sonntag gestand sie laut Polizei die Tat.

von Markus Schütz ("OÖ Krone") und ooe.krone.at

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