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Sikh-Blutbad: Gewaltbilder und -schriften entdeckt

17.06.2009, 17:59
Sikh-Blutbad: Gewaltbilder und -schriften entdeckt (Bild: Andi Schiel)
Foto: Andi Schiel
Bei den brisanten und – wie das Schuss- Attentat auf Cobra- Beamte zeigt – auch hochgefährlichen Nachforschungen zum Tempel- Attentat in Wien dürften die Ermittler in ein regelrechtes Wespennest voll fundamentalistischer Sikhs gestochen haben. So wurden in einem schmucken Haus am Stadtrand, das als einer der Treffpunkte für die indischen Säbel- Krieger gedient haben dürfte, Gewaltbilder von Enthauptungen im Kinderzimmer gefunden…

Die "SOKO Punjab" der Wiener Polizei ist offenbar einer kleinen radikalen Gruppierung in der sonst so friedlichen etwa 8.000 Anhänger zählenden Sikh- Gemeinde in Österreich auf der Spur. Deren Bewaffnung weit über den traditionellen Dolch hinausgeht.

Verdächtiger nach außen hin völlig unauffällig

Wie berichtet, wurden Cobra- Beamte beim Einschreiten vom mutmaßlichen Lieferanten der Mordwaffe im indischen Tempel, einem Sicherheitsdienst- Mitarbeiter, sogar beschossen. Der Verdächtige (26) lebte bis zu seiner Verhaftung nach außen hin völlig unauffällig. Bei den Nachbarn in dem Zinshaus galt er als freundlich, trug einer Pensionistin oft die Einkaufstaschen die Stiegen hinauf. In seiner Wohnung jedoch war es vorbei mit der Freundlichkeit – da hortete der indischstämmige Österreicher unzählige Messer, eine Maschinenpistole und ein Gewehr. Ein weiteres Waffenversteck wurde auch in einer zweiten Altbauwohnung in der Leopoldstadt gefunden.

Indisch- stämmiger Gemeindemitarbeiter führte Doppelleben

Hochinteressant ist für die Ermittler des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung zudem auch einer der vermutlichen Sikh- Haupttreffpunkte im Süden der Bundeshauptstadt. In dem hinter hohen Büschen versteckten dreistöckigen Wohnhaus in Liesing führt ein indisch- stämmiger Gemeindearbeiter mit seiner Familie ein offenbar sehr gut getarntes Doppelleben.

Hinrichtungsszenen und Enthauptungen

Denn neben einem Matratzenlager im Keller, das auch als Versteck für illegale Inder gedient haben dürfte, waren die Räumlichkeiten zugepflastert mit radikalen Schriften und Fotos. Darauf zu sehen: schwerbewaffnete Sikhs. Weitere Gewaltbilder mit Hinrichtungsszenen und Enthauptungen hingen sogar im Kinderzimmer.

Bei einem Lokalaugenschein wissen die Anrainer aber eigentlich auch nur Gutes zu berichten. Eine Nachbarin: "Er war freundlich und hat mir gewinkt. Auffallend war, dass immer wieder indische Taxilenker mit ihren Autos ihn besuchten."

von Erich Schönauer, Christoph Budin und Andi Schiel, Kronen Zeitung

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