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Zugunglück fordert Dutzende Tote und Hunderte Verletzte

23.02.2012, 07:14
Foto: AP / Video: APA
Bei einem schweren Zugunglück in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sind am Mittwoch mindestens 49 Menschen getötet und etwa 650 weitere Personen teils schwer verletzt worden. Laut den Behörden rammte der mit rund 1.500 Passagieren voll besetzte Zug im morgendlichen Berufsverkehr im Bahnhof Once der Metropole einen Prellbock. Die Behörden vermuten einen Bremsschaden hinter dem Drama. Von der Regierung wurde eine zweitägige Staatstrauer ausgerufen.

Es handle sich um einen sehr schweren Unfall, "es gibt Tote und 200 Schwerverletzte", sagte Verkehrsminister Juan Pablo Schiavi. Polizeisprecher Nestor Rodriguez teilte auf einer Pressekonferenz mit, bei den Todesopfern handle es sich um 48 Erwachsene und einen Minderjährigen.

Offenbar versagten die Bremsen

Dem Verkehrsminister zufolge war der Zug mit einer Geschwindigkeit von 26 Kilometern pro Stunde in den Bahnhof eingefahren und hatte den Prellbock gerammt. Aus Polizeiquellen verlautete, dass der Zug vor dem Aufprall offenbar nicht bremste. Andere Behördenvertreter wiederum gaben an, dass der Zug entgleist war.

Laut Schiavi hätten sich die Waggons bei dem Aufprall ineinandergeschoben, einer davon habe sich sechs Meter weit in einen anderen Waggon verkeilt. Vor allem die ersten Waggons seien schwer demoliert worden. Es gebe Videoaufnahmen von dem Unfall, die nun bei der Suche nach der Unglücksursache ausgewertet werden sollen. Behördenvertreter äußerten die Vermutung, wegen mangelnder Wartung könnten die Bremsen des Zuges versagt haben. Die Züge des betroffenen Unternehmens stammen aus den 1960er- Jahren.

Blutüberströmte Fahrgäste

Dutzende Rettungswagen rasten nach dem Unglück zu dem Bahnhof. Viele Verletzte mussten durch Fenster aus den Waggons gehoben werden. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der 28- jährige Zugführer, der laut Polizei über einen einwandfreien Personalakt verfügt, aus den Wrackteilen befreit und zahlreiche Tote und Verletzte auf Tragen abtransportiert wurden.

"Der Zug war voll, der Aufprall furchtbar", berichtete einer der Insassen. "Viele Menschen fielen auf mich. In meinem Waggon wurde viele Personen verletzt." Die Rettungskräfte seien vom Anblick der blutüberströmten Fahrgäste schockiert und mit der Situation überfordert gewesen.

Immer wieder Zugunglücke

Der Bahnhof Once  im Westen von Buenos Aires wird täglich von Hunderttausenden Passagieren genutzt. Erst im September hatte es im Westen der Stadt ein schweres Zugunglück gegeben, als im morgendlichen Berufsverkehr zwei Züge und ein Bus kollidierten. Dabei wurden elf Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Bei einem weiteren Vorfall im Dezember wurden in einem Vorort von Buenos Aires 17 Menschen verletzt. Beim schwersten Zugunglück in der Geschichte des Landes waren 1970 insgesamt 200 Menschen gestorben.

AG/red
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