Willkommen | Registrieren | Hilfe | Login
krone.at/Videos kronehat.at krone.at/mobil cookingstars.at

Zielfahnder des BK schnappten 19 Schwerverbrecher

08.02.2012, 17:06
Zielfahnder des BK schnappten 19 Schwerverbrecher (Bild: Photos.com/Getty Images)
Foto: Photos.com/Getty Images
19 Schwerverbrecher - darunter fünf Mörder, sechs Betrüger, ein Serienbankräuber, ein Totschläger und ein Entführer - hat die Zielfahndungseinheit des Bundeskriminalamtes im Jahr 2011 ausgeforscht und festgenommen. Diese erfreuliche Bilanz zog Abteilungschef Helmut Reinmüller am Mittwoch in Wien. Für seinen Job stehen ihm lediglich fünf Kollegen zur Verfügung.

"Es gibt genaue Regeln, ab wann wir in einen Fall einsteigen", so Reinmüller. Nämlich nur bei Verbrechen, für die mehr als drei Jahre Haftstrafe drohen und bei denen der Verdächtige mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. "Wir suchen Schwerverbrecher, die Most- Wanted von Österreich sozusagen", sagt Reinmüller.

Geografisch lagen die Schwerpunkte 2011 in Europa sowie in Nord- und Südamerika, berichtete das BK. Unter den Gefassten war etwa der Österreicher Sandro H., der am 24. Juni festgenommen worden war (siehe Infobox). Er soll in Kärnten eine Prostituierte und nach seiner Flucht in Paraguay ein deutsches Touristenpaar ermordet haben.

Fünf Fahnder, doch einer davon wird "verborgt"

Reinmüllers Abteilung besteht aus fünf Fahndern, einen davon hat er für ein Jahr an die europäische Polizeibehörde Europol "verborgt". Üblicherweise hat jeder Mitarbeiter ein bis maximal zwei Fälle im Laufen. "Hat einer von uns eine heiße Spur, werden alle Kollegen zusammengezogen und widmen sich dem einen Fall", so der Ermittler.

Es gibt Fälle, die zehn Tage dauern, andere wiederum werden erst nach jahrelangen Ermittlungen abgeschlossen. Besonders wichtig für die Fahnder ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein im Jahr 2010 gestartetes EU- Netzwerk. Seit der Gründung dieses Projektes wurden 47 Kriminelle ausgeforscht und festgenommen.

Die Lösung gleicht einem Puzzlespiel

Die Lösung eines Falls gleicht einem Puzzlespiel. Am Beginn steht die Frage: "Wo kann der Gesuchte sein?", sagte Reinmüller. "Wir analysieren den Menschen von der Geburt bis zur Flucht." Welchen sozialen Status hat er? Welcher Sprachen ist er mächtig? Wer sind seine Freunde? Wie sieht sein soziales Umfeld aus? Wer sind wichtige Kontaktpersonen? "Oft sind etwa Schul- oder Studienkollegen wichtiger als Familienangehörige", erzählte Reinmüller.

"War einer zum Beispiel zwei- bis dreimal auf Urlaub in Florida und spricht Englisch, wird er nicht nach Frankreich flüchten", schilderte der Fahnder. Wichtige Anhaltspunkte für die Ermittler sind Einreisebestimmungen der Länder und ob es Auslieferungsabkommen mit Österreich gibt. Aber auch andere Fragen sind wichtig: Wo nimmt der Gesuchte Geld her, wie kann man heute reisen und welche Kommunikationswege gibt es?

Auch Psychologen helfen bei der Suche

"Wir arbeiten im Team. Jeder hat seine Ideen und Erfahrungen", erzählte Reinmüller. Gleichzeitig würden andere Experten des BK, etwa Psychologen oder Experten aus der Kriminalanalyse, beigezogen. "Alle Daten, die wir sammeln, schicken wir durch ein Spezialprogramm - eine Analysesoftware für Polizeieinheiten, Zeit- Weg- Diagramme werden erstellt." Und dann, wenn das Ergebnis steht, wird zugeschlagen.

AG/red
Lesezeichen hinzufügen:
Schließen
Lesezeichen Drucken
0
Du hast einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreibe hier dein Storyposting! Du möchtest mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht dir jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings, bitten wir dich, unsere AGB und Netiquette einzuhalten!
Kommentar schreiben
500 Zeichen frei.
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; 1190 Wien, Muthgasse 2
Krone Multimedia © 2011 Krone.at | Impressum