Posse in Georgien

Wurde Ministerin (28) im Stripclub “gecastet”?

Ausland
29.07.2010 17:43
Als Veronika Kobalia vor wenigen Wochen zur neuen georgischen Wirtschaftsministerin ernannt wurde, sorgte sie schon allein wegen ihres Alters für Aufsehen. Denn die bis dato völlig unbekannte, fesche Brünette ist gerade einmal 28 Jahre alt. Als dann noch bekannt wurde, dass die junge Dame von Präsident Micheil Saakaschwili persönlich in einem kanadischen Stripclub entdeckt worden sein soll, war der Eklat perfekt. Nun verteidigt sich Kobalia und bezeichnet die Gerüchte als russische Propaganda.

Sportlich waren die Olympischen Winterspiele von Vancouver für Georgien ein Desaster. Nicht eine einzige Medaille brachten die Athleten aus der Ex-Sowjetrepublik mit nach Hause, hinzu kam der grausame Tod des Rodlers Nodar Kumaritaschwili. Und doch war Präsident Saakaschwili nach seinem Besuch in Kanada versöhnlich gestimmt. Schließlich hatte er in der nordamerikanischen Kälte ein neues Polit-Talent entdeckt - davon ist zumindest er selbst überzeugt.

Bei dem Shooting-Star der georgischen Politik handelt es sich um Veronika Kobalia (Bild): 28 Jahre jung, lange, dunkle Haare und jede Menge Kurven. Als sie 13 Jahre alt war, zog sie mit ihren Eltern nach Kanada. Nach der Schule und ihrem Studium arbeitete sie dort für einen Fernsehsender und bei einer NGO. Quasi über Nacht wurde sie nun aber Wirtschaftsministerin ihres 4,6 Millionen Einwohner zählenden Heimatlandes Georgien.

Doch kaum war Kobalia im Amt, mehrten sich kritische Stimmen. Die 28-Jährige sei für den Posten gänzlich ungeeignet, meckerte etwa der Ex-Boss der georgischen Nationalbank. Und auch in der Presse stieß die Neuverpflichtung nicht unbedingt auf ein begeistertes Echo.

Erste Begegnung im Stripclub?
Den Vogel schoss dann jedoch die russische Boulevardzeitung "Komsomolskaja Prawda" aus dem verfeindeten Nachbarland Russland ab. Sie grub ein Foto aus, das Kobalia in einem Stripclub zeigen soll - und schlussfolgerte daraus, dass Saakaschwili die junge Dame in einem ebensolchen Etablissement in Vancouver kennengelernt haben soll, während sie dort ihrer Arbeit nachging. Dies, so die Zeitung, würde im übrigen auch die flammende Begeisterung des Politikers für seine Nachwuchskraft erklären.

Kobalia dementierte den Bericht umgehend. Stattdessen behauptete sie, dass das Foto ein harmloser Studentenscherz gewesen sei. Die Stripclub-Vorwürfe seien bloß Propaganda der russischen Regierung. Dies und nichts anderes sei die nackte Wahrheit.

Nun wartet Georgien gebannt auf die nächsten Ausgaben der "Komsomolskaja Prawda". Denn die Zeitung ist dafür bekannt, nicht so schnell aufzugeben, wenn sie einmal einen dicken Fisch am Haken hat.

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