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Wiener Terrorzelle wieder aktiv?
Wiener Terrorzelle wieder aktiv? (Bild: Kronen Zeitung)
"Ist die Wiener Terrorzelle doch größer als bisher vermutet?" Diese Frage stellen sich die Fahnder, nachdem auf einer neuen Website wieder aus dem Arabischen übersetzte Bin-Laden-Botschaften aufgetaucht sind. Auf einer Seite wurde eine Erklärung einer "Globalen Islamischen Medienfront" publiziert: " Ihr könnt machen, was ihr wollt, macht so viele Festnahmen, wie ihr wollt, aber euer Ziel erreicht ihr nie."

Verwunderung herrschte Freitag bei den Kriminalisten, als sie erfuhren, dass die gesperrte Internetplattform der Bin-Laden-Fans wieder aktiv ist. Es dürfte offenbar doch mehr Mitglieder, als den in Wien inhaftierten Mohamed und seine Frau geben. Verwunderung muss aber auch darüber herrschen, dass heimische Ermittler davon erst durch Medien erfuhren!

Droh-Video gegen Österreich

Wie berichtet, soll Mohamed ein Droh-Video gegen Österreich ins Internet gestellt haben. Seine Frau soll als Übersetzerin von Arabisch ins Deutsche gearbeitet haben. Auf der neuen Website der Bin-Laden-Anhänger sind Videos von Bin Laden verlinkt. Die "GIMF" hat offensichtlich keine Angst vor der Polizei. "Löscht das Forum, so oft ihr wollt, ihr werdet euer Ziel nie erreichen. Wir werden immer weitermachen, bis wir den Sieg erlangen oder das Märtyrertum."

"Wir haben solche Reaktionen im Internet nach den Verhaftungen erwartet", so Oberst Rudolf Gollia vom Innenministerium. Der in Wien aufgewachsene Mohamed soll die "GIMF" für seine Botschaften benützt haben. Oberst Gollia: "Er war aber nicht der Chef der Plattform, sondern stellte nur seine Texte hinein."  Der Strafverteidiger des jungen Wiener Terror-Verdächtigen, Mag. Norbert Friis: "Ich habe meinem Mandanten schon zweimal besucht und mit ihm ausführlich gesprochen. Es ist aber noch zu früh, um ins Detail zu gehen."

Gerichtstermin in Kanada erneut verschoben

Die für Donnerstag (20. September) angesetzte gerichtliche Anhörung jenes in Kanada festgenommenen Verdächtigen, der im Zusammenhang mit den Terrordrohungen gegen Österreich steht, hat auch diesmal ein rasches Ende gefunden: Wie beim ersten Termin vor einer Woche beantragte die Staatsanwaltschaft eine Aufschiebung, um ihre Ermittlungen fortsetzen zu können. Die Anhörung soll nun am 1. Oktober stattfinden.

Wie eine Mitarbeiterin der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) am Freitag mitteilte, gibt es momentan keine neuen Informationen zu möglichen Verbindungen des Verdächtigen nach Österreich. Ebenso blieb vorerst offen, ob der verdächtigte Marokkaner tatsächlich für die Global Islamic Media Front (GIMF) tätig war.

Von Erich Schönauer und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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