"Ich bin jetzt noch ganz fertig", erzählt Agnes Beber, wenn sie sich an die dramatischen Momente am Sonntag erinnert: "Ich hab mir von unten die Zeitung geholt, dann die Medikamente eingenommen und mich zum Tisch gesetzt zum Frühstück. Plötzlich gab es einen lauten Kracher. Ich dachte mir nur 'Was kommt da jetzt rein?'"
Die geschockte Frau ging gleich nachschauen: "Überall lagen nur Scherben auf der Stiege herum." Agnes Beber rief ihren Schwiegersohn Hubert K. (57) herbei: "Er kam gleich runter und meinte noch, ich solle nicht so nervös sein. Dann fand er auf der zweiten Stufe ein Projektil", erzählte die Dame.
Der 57- Jährige rief daraufhin die Polizei an. "Die Frau hatte Glück, dass die Kugel aus großer Entfernung von etwa einem Kilometer kam und das Fenster ein dreischichtiges Thermoglas ist und dieses nicht durchschlug. Denn sie saß in der Schussrichtung, das hätte ganz schlimm enden können", so ein Beamter.
Die polizeilichen Ermittlungen laufen zwar auf Hochtouren, gestalten sich aber schwierig: Zwar waren nur drei Waidmänner in ihren Revieren zu diesem Zeitpunkt auf Reh- Jagd, doch erst die Kriminaltechnik wird die wahren "Täter" überführen können.
Der Grund: "Alle waren mit dem gleichen Gewehrtyp und der gleichen Munition unterwegs", so ein Polizist. Die Gewehre sind sichergestellt, ein Schussvergleich wird das Rätsel lösen.
Foto: Chris Koller; Text: Johannes Nöbauer