Staatsanwalt Johannes Winklhofer beantragte zudem Verhandlungsprotokolle von mehreren Jahren von einem Prozess in Zusammenhang mit dem Steirischen Fußballverband.
Ausdehnung der Anklage wohl vom Tisch
Gutachter Fritz Kleiner nahm am Dienstag unter anderem zur ausgedehnten Anklage Stellung. Im August hatte Staatsanwalt Winklhofer die Anklage in Bezug auf Steuerhinterziehung um 1,5 Millionen Euro erweitert. Das sei für ihn "nicht kontrollierbar", meinte Kleiner, womit diese Ausdehnung keine Grundlage im Gutachten hat und wohl vom Tisch sein dürfte.
Zahlungsunfähigkeit bereits 2002 "erkennbar"
Kleiner listete auch auf, dass die Gehälter der Spieler - beschränkt auf die Kampfmannschaft - im Jahr 2002 6,4 Millionen Euro betragen hatten, 2003 waren es 5,7 Millionen und 2004 immerhin noch 4,3 Millionen Euro. Damals hätte die Zahlungsunfähigkeit aber längst erkannt und danach gehandelt werden müssen, sagt Kleiner.
Kartnig: "Hätten mit der Jugend spielen müssen"
"Ich verstehe, dass man eine eingespielte Truppe nicht leichtfertig verkauft. Sturm hatte eine Mannschaft, die teuer war, und die Spieler wurden nicht so weit verkauft, dass ein Konkurs vermieden hätte werden können", so der Gutachter. "Wir hätten alles verkaufen können und die Schulden zahlen und dann mit der Jugend weiter spielen. Dann würden wir nicht hier sitzen", ergänzte Kartnig.
Am Montag hatten Kartnigs Anwälte erneut versucht, Staatsanwalt Winklhofer loszuwerden. Er sei "befangen und voreingenommen" und mache immer wieder "grob unsachliche Anschuldigungen". Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Karl Buchgraber lehnte erwartungsgemäß einen Austausch ab.
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