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US-Rentnerpaar als Castro-Spione verurteilt

21.11.2009, 00:46
US-Rentnerpaar als Castro-Spione verurteilt
Ein halb ernst, halb bizarr anmutender Prozess gegen ein spionierendes US- Rentnerpaar ist am Freitag in Washington zu Ende gegangen. Walter und Gwendolyn Myers gestanden im Austausch für einen Deal mit dem Staatsanwalt, knapp dreißig Jahre lang Staatsgeheimnisse an Kuba verraten zu haben. Ihre Strafen fallen trotzdem hart aus: Der 72- jährige Ex- Beamte muss für den Rest seines Lebens hinter Gitter, seine 71- jährige Frau wird dafür nur sechs Jahre einsitzen.

Myers war jahrzehntelang beim US- Außenministerium beschäftigt und hatte dabei auch Zugriff auf "Top secret"- Dokumente. Die gemeinsame Liebe zum kommunistischen Kuba brachte ihn und seine Ehefrau einst zusammen. Seit den späten Siebzigern agierte das Paar (in der obigen Gerichtszeichnung bei einer Haftprüfungsverhandlung im Sommer) als "Agent 202" und "Agentin 123" für die kubanische Regierung in Havanna, berichten US- Medien, in denen von einer "Spionagegeschichte, wie man sie sonst nur aus Hollywood- Filmen kennt" die Rede ist.

Morsecodes und Einkaufswagentausch

Die Myers verständigten sich per Morsecode über Kurzwellen- Funk mit der kubanischen Seite, gaben Unterlagen per Einkaufswagentausch in einem kubanischen Supermarkt in Washington weiter und sollen sogar einmal illegal via Mexiko nach Kuba gereist sein, um Fidel Castro persönlich zu treffen. Den letzten Kontakt gab es im Jahr 2007 mit verschlüsselten E- Mails, verschickt aus einem Internet- Café. Myers wurde in diesem Jahr pensioniert.

Was für Staatsgeheimnisse da an Kuba weiterflossen, wurde im Zuge des Verfahrens natürlich nicht bekannt. Vertreter des Außenministeriums erklärten jedoch, die den Eheleuten vorgeworfenen Aktivitäten seien "unglaublich ernst".

Von Undercover- Polizist mit Zigarren angelockt

Geschnappt wurden Walter und Gwendolyn im vergangenen Juni durch einen verdeckt ermittelnden FBI- Beamten. Der Bundespolizist lockte den 72- Jährigen mit einer kubanischen Zigarre an und gab vor, von seinen Kontakten in Havanna geschickt worden zu sein.

Der Ermittler traf die beiden zu Gesprächen über einen angeblichen Posten für Myers, er solle auf Kuba junge Diplomaten ausbilden. Die mit versteckter Kamera aufgenommenen Treffen, in denen das Paar von seiner Leidenschaft für das kommunistische Land schwärmt und sich selbst belastet, landeten vor Gericht als Beweismaterial.

Er opferte sich, damit sie einem Tod hinter Gittern entgeht

Die Liebe zu seiner Frau brachte Walter Myers am Freitag letztlich zum Geständnis und zur Einwilligung in den Deal mit der Staatsanwaltschaft. Damit die 71- jährige Gwendolyn noch eine Aussicht auf einen Lebensabend in Freiheit hat, nahm Myers eine lebenslange Haftstrafe für sich in Kauf. Seine Frau wird nach sechs Jahren freikommen. Das Ehepaar erhielt überdies eine Geldstrafe in der Höhe von 1,7 Millionen Dollar. Die Wohnung in New York, eine Segeljacht und alle Bankkonten wurden beschlagnahmt.

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