Attentat und Gefecht
UN-Gebäude in Kabul von Taliban angegriffen
Die radikalen Islamisten zündeten nach Behördenangaben zunächst eine Autobombe und verschanzten sich dann in einem Gebäude der Vereinten Nationen, in dem unter anderem die Büros der Internationalen Organisation für Migration untergebracht sind. Norwegische Spezialkräfte kamen ihren afghanischen Kollegen zu Hilfe und umstellten das Gebäude, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Der Angriff begann gegen 16 Uhr Ortszeit, die stundenlangen Schusswechsel waren bis in die Nacht hinein in der ganzen Stadt zu hören. Der Leiter der UN-Mission in Afghanistan, Jan Kubis, verurteilte den Angriff scharf.
CIA-Stützpunkt im Visier der Taliban
Ein Talibansprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, der Angriff sei "koordiniert" gewesen. Ein Selbstmordattentäter habe sich in einem Auto in die Luft gesprengt, danach hätten andere Mujaheddin Stellung in dem Gebäude bezogen und von da aus mit leichten und schweren Waffen gefeuert. Hauptziel war demnach ein Gästehaus, das nach Angaben des Sprechers von Mitgliedern der CIA und des afghanischen Geheimdienstes NDS genutzt wird.
"Frühjahrsoffensive" gegen NATO und westliche Diplomaten
Die Taliban hatten Ende April ihre diesjährige "Frühjahrsoffensive" in Afghanistan gestartet und neue Anschläge angekündigt. Als Ziele dienen unter anderem Militärflughäfen der NATO-geführten Truppen sowie diplomatische Einrichtungen. Erst am 16. Mai waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen ausländischen Militärkonvoi in Kabul 15 Menschen getötet worden, darunter fünf US-Bürger.







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