Der 43-jährige Iraner, der sich selbst als "Waffenliebhaber" bezeichnet, besaß neben der Tatwaffe, einer Winchester, noch ein weiteres Gewehr, eine Gaspistole und einen Taser. Letzteren trug der Verdächtige ebenso bei dem Schussattentat bei sich wie die Langwaffe und ein Messer. Die Polizei fand bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung des Monteurs in Ottakring zudem reichlich Munition, berichtete Polizeisprecher Thomas Keiblinger.
Ein Freund hatte laut Polizei dem 43-Jährigen, der seit 1996 in Österreich lebt, die Schusswaffen vor einigen Jahren besorgt. Sie wurden jedoch auf den Namen des Bekannten registriert, weil der Iraner wegen eines laufenden Asylverfahrens keine Probleme haben wollte. Da über den Freund später jedoch ein Waffenverbot verhängt worden war, hatte der Iraner die Gewehre und die Pistole später doch auf sich umschreiben lassen.
Immer wieder Streitigkeiten
Vor dreieinhalb Jahren arbeitete der 43-Jährige zum ersten Mal bei der Blitzableiter-Firma, in der es am Donnerstag zu der Bluttat kam. Nach eineinhalb Jahren wurde der Mann aber wieder gekündigt. Weil das Unternehmen aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes einen weiteren Monteur brauchte, wurde der Iraner im Februar 2012 aber wieder angeheuert. Doch damit begannen auch die Streitigkeiten mit dem Chef, einem gebürtigen Kärntner. Die Auseinandersetzungen drehten sich um die schlechte Bezahlung und um Vereinbarungen, die der Firmeninhaber angeblich nicht einhielt. Als der Arbeiter dann einen Firmenwagen, den er privat nutzen durfte, am Abend nach Dienstende nicht hergeben wollte, wurde er von dem 51-Jährigen fristlos entlassen.
Der Firmenchef holte mit einem Kollegen das Auto bei dem 43-Jährigen zu Hause ab, dabei soll es erneut zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, wobei ihn der 51-Jährige in den Schwitzkasten genommen haben soll. Daraufhin präparierte der Iraner in der Nacht auf Donnerstag eine Gitarrentasche und verstaute darin das Gewehr, so Keiblinger.
"Du kannst dich beim Salzamt beschweren"
Donnerstag früh fuhr der Verdächtige dann in seine ehemalige Firma und lehnte die Gitarrentasche mit der Waffe an die Eingangstür. Wie der 43-Jährige in der Einvernahme aussagte, wollte er eine Aussprache mit seinem ehemaligen Vorgesetzten. Doch dieser soll ihn nur ausgelacht und gemeint haben: "Du kannst dich beim Salzamt beschweren."
Daraufhin ging der Iraner zur Gitarrentasche, entnahm daraus die Waffe mit fünf Schuss Munition und ging wieder ins Büro des 51-Jährigen. Entgegen ersten Meldungen ist nun klar, dass er den Ex-Chef schon beim ersten Schuss in den rechten Oberkörper traf. Das Opfer stürzte zu Boden wollte auf allen Vieren aus dem Büro kriechen. Beim Nachladen ging ein weiterer Schuss los, der in die Wand ging.
Opfer noch nicht einvernommen
Dann kam der 27-jährige Kollege aus Tschetschenien in den Raum, der von draußen die Schüsse gehört hatte. Er attackierte den 43-Jährigen mit einem Schraubenschlüssel. Der Iraner gab in der Einvernahme an, er habe sein Ziel erreicht, und deshalb habe er nicht mehr geschossen, sagte Keiblinger.
Die Polizei ermittelt wegen Mordversuchs, der Verdächtige soll im Lauf des Freitags in U-Haft genommen werden. Das Opfer der Attacke konnte noch nicht einvernommen werden. Es erlitt einen Streifschuss. Laut Krankenhaus wurde die Wunde versorgt, eine Operation war nicht notwendig. Der 51-Jährige könne am Samstag wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.