Etwa 1.000 Euroscheine sind seit dem Sommer in ganz Deutschland bei Polizei und Banken abgegeben worden, die sich zum Teil auflösten. Betroffen sind alle Scheine im Wert von weniger als 200 Euro. Auslöser ist offenbar Schwefelsäure, mit der die Scheine zuvor behandelt wurden. Ein Sprecher der Notenbank: "Es handelt sich nicht um einen Produktionsfehler."
Chemiker haben den Verdacht, dass der Zersetzungsprozess der Banknoten erst durch die Berührung mit der Hand ausgelöst wird. Möglicherweise sind die Scheine mit einem Sulfat- Salz gepudert, das sich in Verbindung mit Feuchtigkeit wie etwa durch Handschweiß zu Schwefelsäure entwickelt. Für diese Annahme spricht, dass sich die Scheine erst nach einiger Zeit auflösten.
Bisher steht noch nicht fest, ob es sich bei dem Phänomen um eine unabsichtliche Beschädigung oder eine mutwillige Manipulation handelt. Erstmals sind die sich auflösenden Geldscheine im Sommer im Raum Berlin entdeckt worden. Die Besitzer können die zerbröselnden Banknoten bei den Filialen der Bundesbank eintauschen. Voraussetzung ist, dass noch mehr als die Hälfte davon übrig geblieben ist oder ein Nachweis über den Verbleib des Rests erbracht wird.
Die Wahrscheinlichkeit, ein solche Note in die Hand zu bekommen, ist nach Einschätzung der Bundesbank äußerst gering. Sie begründet dies mit dem Umlauf von 10,5 Milliarden Scheinen im Euroraum und 5 Milliarden Scheinen in Deutschland.